Das Einrichten des Wickelplatzes ist für viele Familien ein ganz besonderer Schritt in der Schwangerschaft. Voller Vorfreude, Liebe zum Detail und dem guten Gefühl, für den Alltag mit Baby nun wirklich gut vorbereitet zu sein. Aber was ist sinnvoller, eine Wickelkommode oder eine mobile Wickelstation? Und was darf am Wickeltisch auf keinen Fall fehlen?
In diesem Beitrag zeigen wir dir, was du für euren Wickelplatz wirklich brauchst und worauf du beim Einrichten aus Hebammensicht achten solltest.
Inhalt
- Die Wickelkommode
- Die mobile Alternative
- Körbe, Organizer & Co.
- Reinigung und Pflege
- Windeleimer
- Spielzeug
- Wärmestrahler
- Licht und kleine Helfer
- Bitte beachten: Sturzgefahr
Die Wickelkommode
Bevor es um die eigentliche Ausstattung geht, steht an erster Stelle, dass der Wickelplatz sicher und bequem für dein Baby ist. Die meisten Familien entscheiden sich dabei für eine stabile Kommode und einen festen Wickelaufsatz. Weiter unten stellen wir dir aber auch eine mobile Alternative vor.
Für viele Kommoden gibt es bereits passende Wickelaufsätze. Vielleicht hast du also bereits eine Kommode daheim und musst nicht unbedingt eine neue Wickelkommode anschaffen.
Hebammentipp
Ganz egal ob neu oder gebraucht: Bei der Wickelkommode und dem Wickelaufsatz gibt es einiges zu beachten. Zum Beispiel die Breite und Tiefe der Ablagefläche und die Höhe der Seitenteile. Das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit hat auf dieser Webseite entsprechende Empfehlungen formuliert. Schau unbedingt dort vorbei, damit du euren Wickelplatz so sicher wie möglich gestalten kannst.
Ganz wichtig: Montiere die Wickelkommode fest an der Wand. Nur so steht sie sicher und stabil und du kannst verhindern, dass sie nach vorne kippt. Gerade wenn neugierige Geschwister unterwegs sind, ist das wirklich wichtig und den Aufwand in jedem Fall wert.
Eine stabile Wickelauflage sorgt dann dafür, dass dein Baby gut liegt. Achte darauf, dass du eine abwaschbare Wickelauflage wählst. Denn besonders am Wickelplatz gehören kleine Missgeschicke einfach dazu. 😉 Außerdem sollte die Wickelauflage immer auf deine jeweilige Kommode abgestimmt sein. Tipp, falls du dir eine neue Wickelkommode zulegst: Oft werden in der Gebrauchsanweisung passende Wickelauflagen empfohlen.
Hebammentipp: Ergonomie
Der Wickeltisch sollte nicht nur für dein Baby bequem sein, sondern auch für dich. Um den Rücken zu schonen, befindet sich die Wickelunterlage idealerweise ungefähr auf Hüfthöhe. So kannst du die Unterarme entspannt auflegen und aufrecht stehen, ohne dich nach vorne beugen zu müssen.
Die mobile Alternative zum Wickeltisch
Im Alltag mit Baby ist Flexibilität wirklich goldwert. Eine einfache und oft sehr praktische Lösung ist deshalb eine mobile Wickelstation. Sie besteht meist aus einer Wickelunterlage und einem kleinen Körbchen oder Rollwagen mit den wichtigsten Utensilien.
So kannst du dein Baby immer genau dort wickeln, wo ihr euch gerade aufhaltet. Gerade im Wochenbett oder bei unruhigen Babys kann das eine unglaubliche Entlastung sein. Und auch wenn die Kinder zu groß für einen klassischen Wickeltisch werden, kann eine mobile Wickelstation wirklich sinnvoll sein.
Wichtig: Besonders mit sehr mobilen Kindern ist das Wickeln auf dem Boden die sicherste Variante. Denn so besteht nicht die Gefahr, dass sie vom Wickeltisch oder einer erhöhten Fläche, wie dem Sofa, herunterfallen.
Ob du von Anfang an ausschließlich auf eine mobile Wickelstation setzt, sie als Ergänzung zu einer Wickelkommode nutzt oder sie erst später bei dir zum Einsatz kommt, hängt aber ganz von eurem Alltag und euren individuellen Bedürfnissen ab.
Körbe, Organizer & Co.
Alles, was du zum Wickeln benötigst, sollte an deinem Wickelplatz mit einer Hand erreichbar sein. Das erspart dir nicht nur Zeit und Nerven, sondern ist auch für die Sicherheit deines Babys wirklich wichtig. Denn so kann immer eine Hand am Baby bleiben und du musst den Wickelplatz nicht verlassen und kannst immer bei deinem Baby bleiben. So wird verhindert, dass es herunterfallen kann.
Deshalb sind kleine Körbe und Boxen für die Oberflächen sowie Organizer für Schubladen* eine tolle Ergänzung für deinen Wickelplatz.
Reinigung und Pflege – Essentials
- Windeln
- Waschlappen
- Handwarmes Wasser
- Spucktücher
- Wechselkleidung für euer Baby
- Mülleimer, Wet Bag o.ä.
Nice-to-have sind außerdem ein mildes pflegendes Öl, eine Wundschutzcreme, Feuchttücher oder unsere Sanfte Reinigung. Gerade, wenn es beim Wickeln mal schneller gehen muss oder du kein Wasser zur Hand hast, können diese beiden Dinge wirklich hilfreich sein.
Hebammentipp
Du kannst das Wasser in eine einfache Schüssel füllen, wir haben aber einen besseren Tipp für dich: Nutze stattdessen eine Thermoskanne* oder einen kleinen Pumpspender*. So wird nichts verschüttet, auch wenn dein Baby aktiver wird. Auch andere Behälter, die du mit einer Hand bedienen kannst, sind hier als Alternative super geeignet.
Brauche ich einen Windeleimer?
Beim Thema ‘Windeleimer’ gibt es ganz unterschiedliche Ansichten und wie bei allem gilt: Du darfst deinen Wickelplatz genau so einrichten, wie du ihn dir vorstellst. Entscheidest du dich für einen Windeleimer, beachte aber Folgendes: Manche Modelle erfordern spezielle Beutel oder Kassetten zum Nachfüllen, die deutlich teurer sind, als vielleicht erwartet. Das betrifft nicht alle Windeleimer, aber umso mehr kann es sich für dich lohnen, vor dem Kauf etwas genauer hinzuschauen und zu prüfen, welche Kosten zusätzlich entstehen können.
Aus unserem Hebammenalltag können wir aber sagen: auch einfache Müllbeutel genügen völlig. Über Gerüche brauchst du dir dabei keine Sorgen zu machen, solange du den Beutel einmal am Tag, z.B. immer abends, nach draußen in den Mülleimer bringst.
Spielzeug
Mit einer kleinen Beschäftigung für dein Baby wird das Wickeln am Wickeltisch oft deutlich entspannter. Super eignen sich dafür z.B.:
- Mobile
- Kontrastkarten
- altersgerechte Rasseln
- Spieluhr
Oft reicht sogar schon ein Waschlappen oder ein anderer altersgerechter, stabiler und kindersicherer Gegenstand ohne Kleinteile vom Wickelplatz, um dein Baby während des Wickelns zu unterhalten.
Hebammentipp
Packe die Spielsachen fürs Wickeln in eine separate kleine Kiste und gib sie deinem Baby nur, wenn ihr euch auch wirklich am Wickelplatz befindet. So bleiben sie länger interessant und dein Baby hat immer etwas Spannendes zu entdecken. Am besten funktioniert der Tipp, wenn du die Spielsachen zusätzlich von Zeit zu Zeit durchwechselst.
Wärmestrahler
Babys mögen es warm, besonders beim Wickeln. Ein Wärmestrahler kann deshalb in den ersten Wochen sehr angenehm sein. Vor allem, wenn der Wickeltisch in einem Raum steht, der nicht dauerhaft beheizt wird. Und auch nach dem Baden oder beim nächtlichen Wickeln kann die zusätzliche Wärme wohltuend sein.
Ob dein Baby einen Wärmestrahler braucht, hängt vor allem von der Raumtemperatur und davon ab, wie schnell dein Baby beim Wickeln auskühlt. Befindet sich der Wickeltisch in einem gut beheizten Raum, z.B. im Badezimmer, ist ein Wärmestrahler oft nicht unbedingt notwendig.
Solltest du dich für einen Wärmestrahler entscheiden, beachte bitte folgendes:
- Immer mit dem vom Hersteller empfohlenen Mindestabstand zum Baby aufstellen/montieren
- Nicht zu heiß einstellen
- Nur während des Wickelns eingeschaltet lassen
- Direkt nach der Nutzung wieder ausschalten
- Kabel sicher befestigen und nicht lose herunterhängen lassen
Achte auch immer auf die Herstellerangaben deines Geräts. So vermeidest du Überhitzung und reduzierst das Risiko für Verbrennungen.
Hebammentipp
Du brauchst nicht zwingend Technik, um dein Baby warm zu halten. Oft reicht es schon, den Raum gut vorzuwärmen und dein Baby zwischendurch mit einer kleinen Decke oder einem Handtuch zuzudecken.
Licht und kleine Helfer für den Wickeltisch
Ein warmes, sanftes Licht am Wickelplatz sorgt für eine ruhige und gemütliche Atmosphäre beim Wickeln, besonders in der Nacht. Als Ergänzung kannst du ein kleines Nachtlicht an euren Wickelplatz stellen, um dein Baby nicht komplett aus dem Schlaf zu holen.
Und unser letzter Tipp: Nutze den Wickelplatz gezielt als Ort für kleine Helfer. Das umfasst zum Beispiel ein Fieberthermometer, eine kleine Bürste, ein Nagelset für dein Baby oder ein Bäuchlein Öl für eine wohltuende Bauchmassage. Denn ohne festen Aufbewahrungsort haben solche Dinge das Potenzial, im Alltag schnell mal zu verschwinden. Befinden sie sich aber fest an eurem Wickelplatz, weißt du immer, wo du sie findest und musst nicht erst lange nach ihnen suchen.
! Bitte beachten: Sturzgefahr
Bitte beachte, dass sich dein Baby beim Wickeln niemals unbeaufsichtigt auf einer erhöhten Fläche befindet. Das gilt für die Wickelkommode, aber auch für das mobile Wickeln auf dem Bett, Sofa oder anderen erhöhten Flächen. Selbst wenn sich dein Baby noch nicht alleine drehen kann: Oft beginnt es genau dann damit, wenn du es am wenigsten erwartest.
Um das Risiko für Stürze und andere Unfälle zu minimieren, achte außerdem auf Folgendes:
- Immer eine Hand am Baby behalten
- Alles, was du brauchst, vorher griffbereit platzieren
- Niemals „nur kurz“ weggehen, auch nicht für ein paar Sekunden
- kleinere Geschwister sollten die alleinige Aufsicht am Wickeltisch nicht übernehmen
- keine losen Gegenstände am Rand
- Pflegeprodukte immer außer Reichweite deines Babys
- keine schweren oder scharfen Gegenstände in Griffnähe
Hebammentipp
Du möchtest kurz ans Telefon oder an die Tür? Kein Problem! Nimm dein Baby einfach mit oder lege es kurz auf dem Boden ab. So kann es nicht herunterfallen, wenn du das Wickeln für einen kleinen Moment unterbrechen musst.
Ein Wickelplatz muss nicht perfekt sein. Er darf wachsen, sich verändern und sich immer wieder an euren Alltag anpassen. Mit der Zeit merkst du ganz von selbst, was du häufig nutzt und was vielleicht doch überflüssig ist. Viel wichtiger ist, dass der Platz für euch gut funktioniert und ein Ort ist, an dem ihr euch wohlfühlt. Denn was dein Baby beim Wickeln wirklich braucht, ist Nähe und Geborgenheit. Ob es dabei auf einer voll ausgestatteten Kommode oder auf einer einfachen Unterlage am Boden liegt, ist ihm völlig egal! 🧡
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ABOUT

Wir sind Anja & Marie, zwei Hebammen aus Leidenschaft.
In Deutschland herrscht derzeit ein großer Mangel an Hebammen. Dieses Problem bekommen wir nahezu täglich in unserer Arbeit zu spüren. Viele Familien fühlen sich gerade in dieser besonderen Zeit mit ihren Fragen rund um die Schwangerschaft, das Wochenbett und ihrem Kind allein gelassen.
Daher haben wir uns entschieden, dir bei all deinen Problemen unterstützend mit unserem Blog zur Seite zu stehen, damit du alles nachlesen und loswerden kannst, was dich und dein Kind betrifft.
Viel Spaß beim Lesen!
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