Kaum ist dein Baby satt, kommt die Milch auch schon wieder hoch: Manchmal nur ein kleines bisschen, manchmal wirkt es wie die halbe Mahlzeit. Dass das Baby spuckt, kennen fast alle Eltern und ist besonders in den ersten Lebensmonaten keine Seltenheit. Die gute Nachricht: Spucken ist bei Babys grundsätzlich völlig normal und in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge.
Woher das Spucken kommt, wie du deinem Baby sanft helfen kannst und wann du doch besser einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen solltest, erfährst du in diesem Beitrag.
Inhalt
- Ursachen für das Spucken
- Wie häufig und wie viel ist normal?
- Spucken vs. Erbrechen
- Warnsignale
- Wann wird es besser?
- 8 Tipps
Baby spuckt – das sind die Ursachen
Fast jedes Baby spuckt irgendwann einmal etwas Milch wieder aus. Das liegt vor allem daran, dass der Muskel am Mageneingang nach der Geburt noch nicht vollständig ausgereift ist. Dadurch kann die Milch leichter zurück in die Speiseröhre gelangen und wieder aus dem Mund deines Babys herauslaufen. In der Medizin wird das als ‘Reflux’ bezeichnet.
Ein weiterer Grund: Babys verschlucken beim Trinken oft auch ein kleines bisschen Luft. Sie kann die Milch im kleinen Bauch verdrängen und zusammen mit einem Bäuerchen wieder nach oben befördern. Meistens passiert das während der Mahlzeit oder innerhalb von 1-2 Stunden danach.
Hebammentipp
Eine sanfte Bauchmassage kann dabei helfen, die Verdauung anzuregen und den Bauch deines Babys von drückender Luft zu befreien. Und so geht’s: Massiere ein kleines bisschen unseres HALLOHEBAMME Bäuchlein Öls in größer werdenden, sanften Kreisbewegungen im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel deines Babys herum ein. Überschüssiges Öl kannst du einfach auf dem Körper verteilen. Tipp: Massiere dein Baby nicht unmittelbar nach einer Mahlzeit, sondern gib ihm erst ein wenig Zeit, um die Milch gut zu verdauen. Und hier zeigen wir dir die Massage noch einmal Schritt für Schritt in einem Video.
Baby spuckt: Wie häufig und wie viel Spucken ist normal?
Grundsätzlich ist es völlig normal, wenn dein Baby immer mal wieder etwas Milch ausspuckt. Es kann sogar Phasen geben, in denen das mehrmals am Tag passiert. Die Menge an Milch kann dabei ganz unterschiedlich sein: Mal laufen nur einige Tröpfchen aus dem Mundwinkel, mal ist es eine größere Menge. Aber keine Panik: Manchmal kann es so wirken, als ob dein Baby seine ganze Mahlzeit wieder ausspuckt. Tatsächlich erscheint die Menge aber oft deutlich größer, als sie wirklich ist. In der Regel bleibt mindestens genau so viel Milch im Bäuchlein deines Babys zurück.
Beachte: Entscheidend ist weniger die Häufigkeit oder die Menge beim Spucken, sondern vielmehr der Gesamtzustand deines Babys. Wichtig ist zum Beispiel, dass es weiterhin gut trinkt und altersentsprechend an Gewicht zunimmt. Stelle außerdem sicher, dass dein Baby wirklich spuckt und sich nicht stattdessen erbricht:
Spucken vs. Erbrechen
Auch wenn es ähnlich wirken kann: Spucken und Erbrechen ist bei Babys nicht das gleiche! Beobachte dein Baby deshalb ganz genau:
Spucken
- Meist während oder direkt nach einer Mahlzeit
- Oft zusammen mit dem Bäuerchen
- Die Milch läuft ohne viel Druck aus dem Mund heraus
- Dein Baby wirkt dabei recht ruhig und entspannt
- Sieht aus wie (geronnene) Milch
Erbrechen
- Tritt zu beliebigen Tages- und Nachtzeiten auf
- Die Milch kommt mit Druck und/oder schwallartig heraus
- Dein Baby wirkt unruhig, hat Schmerzen oder wirkt angespannt
- Kann leicht gelblich wirken
Der Grund für das Erbrechen ist oft eine Erkrankung (z.B. ein Magen-Darm-Infekt). Deshalb sollte es immer ärztlich abgeklärt werden. Und auch bei folgenden Warnsignalen solltest du umgehend einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen:
Warnsignale: Wann du das Spucken ärztlich abklären solltest
- Dein Baby hat zusätzlich Fieber und/oder wirkt krank
- Dein Baby verweigert das Trinken
- Dein Baby hat Durchfall
- Dein Baby hat Bauchschmerzen
- Dein Baby verliert Gewicht oder nimmt kaum zu
- Dein Baby wirkt sehr gereizt und/oder unruhig
- Dein Baby schreit/weint auffällig viel
- Dein Baby wirkt auffällig ruhig und/oder teilnahmslos
- Dein Baby spuckt über mehrere Stunden hinweg
- Dein Baby spuckt immer wieder größere Mengen Milch wieder aus
- Dein Baby ist vorher gestürzt
- Die ausgespuckte Milch/das Erbrochene enthält Blut, sieht aus wie Kaffeesatz oder wirkt grünlich → in diesem Fall solltest du direkt den Notruf (112) wählen
Hebammentipp
Höre auf deinen Bauch! Wenn du das Gefühl hast, dass irgendetwas komisch ist oder einfach nicht stimmt, darfst und solltest du das immer abklären lassen. Denn du kennst dein Baby am besten und kannst auch ohne konkrete Symptome beurteilen, ob es sich anders als gewohnt verhält. Ein Fehlalarm ist gar nichts schlimmes und jeder Arzt/jede Ärztin hat dafür Verständnis. Es gilt: Lieber einmal zu viel abklären lassen!
Wann wird das Spucken besser?
Das ist von Baby zu Baby ganz unterschiedlich. Es gibt aber bestimmte Meilensteine, bei denen das Spucken bei vielen Babys deutlich besser wird:
- Nach den ersten 4-6 Lebensmonaten, wenn der Magen wächst und die Muskeln immer stärker werden.
- Wenn dein Baby aufrecht sitzen kann.
- Wenn dein Baby mit der Beikost beginnt.
In den allermeisten Fällen verschwindet das Spucken nach einer gewissen Zeit von ganz alleine wieder. Wenn das bei euch nicht der Fall ist, solltest du das zur Sicherheit immer ärztlich abklären. Und bis das Spucken langsam besser wird, kannst du dein Baby mit bestimmten Tipps und Tricks sanft unterstützen.
Hebammentipp
Bis das Spucken verschwunden ist, solltest du diese 3 Must Haves immer parat haben: Mulltücher, Wechselkleidung und eine sanfte Reinigung. Mulltücher sind gerade zu Beginn unverzichtbar, um ausgespuckte Milch aufzufangen. Dass trotzdem mal etwas daneben geht, lässt sich meistens aber nicht vermeiden. Deshalb kann Kleidung zum Wechseln (z.B. ein T-Shirt) in der Wickeltasche ein wahrer Retter sein. Und wenn die Milch auf der Babyhaut landet, hilft dir unsere sanfte Reinigung, sie schonend zu entfernen und die zarte Haut gleichzeitig zu pflegen. Du kannst sie sowohl an den Händen als auch im Gesicht verwenden! 🧡
8 Tipps, wenn dein Baby spuckt
- Richtig anlegen: Achte darauf, dass dein Baby beim Stillen richtig angelegt ist. Das kann dazu beitragen, dass es beim Trinken weniger Luft verschluckt.
- Bäuerchen machen: Ein Bäuerchen nach dem Stillen/Fläschchen ist kein Muss. Es kann aber dabei helfen, den Bauch deines Babys von Luft zu befreien, falls es doch ein wenig davon geschluckt hat.
- Pausen einlegen: Versuche, wenn dein Baby trinkt kurze Pausen einzulegen (egal ob du stillst oder das Fläschchen gibst). So kann schon während der Mahlzeit etwas Luft entweichen. Vor allem, wenn dein Baby sehr zügig trinkt, kann das sehr hilfreich sein.
- Position beim Stillen/Füttern anpassen: Besonders eine aufrechtere Haltung kann Spucken vorbeugen. Denn so macht ihr euch die Schwerkraft zu Nutze und die Milch fließt nicht so leicht zurück nach oben. Super geeignet ist dafür z.B. die Stillposition ‘Hoppe-Reiter-Sitz’. Eine genaue Anleitung findest du hier.
- Milchmenge reduzieren: Manchmal ist der Auslöser für das Spuckens auch eine zu große Menge an Muttermilch. Denn wenn zu viel Milch vorhanden ist, fließt sie beim Stillen schneller und mit höherem Druck. Dadurch kann sich dein Baby schneller mal verschlucken. Deshalb kann es helfen, die Milchmenge sanft zu reduzieren. Wie das funktionieren kann, erklären wir dir hier. Wichtig: Besprich das vorher immer deiner Hebamme!
- Baby tragen: Aus dem gleichen Grund kann es hilfreich sein, dein Baby nach der Mahlzeit noch etwas zu tragen und damit weiterhin in einer aufrechten Position zu halten. Nutze hierfür gerne eine Tragehilfe oder ein Tragetuch.
- Ruhe: Gib’ deinem Baby nach der Mahlzeit etwas Zeit und Ruhe, damit es die Milch gut verdauen kann. Versuche also ein wenig zu warten, bevor du dein Baby wickelst, massierst oder gemeinsam mit ihm spielst.
- Osteopathie: Gerade wenn dein Baby recht viel spuckt, kann sich ein Besuch beim Osteopathen wirklich lohnen. Denn dort können Spannungen gelöst und der Magen deines Babys sanft unterstützt werden. Tipp: Auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Kinderosteopathie e.V. kannst du nachschauen, ob es in deiner Region einen Kinderosteopathen/eine Kinderosteopathin gibt.
Wichtig: Nicht jeder Tipp hilft bei jedem Baby! Deshalb kann es sich lohnen, immer mal wieder verschiedene Dinge auszuprobieren und genau zu beobachten, was deinem Baby gut tut und das Spucken lindert.
Jetzt weißt du, welche Ursachen das Spucken haben kann und was du tun kannst, um dein Baby in dieser Zeit zu unterstützen. Grundsätzlich ist Spucken überhaupt nichts Schlimmes und geht in der Regel von ganz alleine wieder weg. Das wichtigste ist aber: Beobachte dein Baby aufmerksam, achte auf Warnsignale und höre immer auf dein Bauchgefühl. Frage bei Unsicherheiten und Fragen auch gerne bei deiner Hebamme um Rat, genau dafür sind wir da!
Und noch ein letzter Tipp: Wenn du dich jetzt näher für Osteopathie interessierst, hör’ doch gerne mal in diese Folge unseres Podcasts rein! Dort haben wir mit Osteopath Christoph Carton speziell über die Kinderosteopathie gesprochen:
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ABOUT

Wir sind Anja & Marie, zwei Hebammen aus Leidenschaft.
In Deutschland herrscht derzeit ein großer Mangel an Hebammen. Dieses Problem bekommen wir nahezu täglich in unserer Arbeit zu spüren. Viele Familien fühlen sich gerade in dieser besonderen Zeit mit ihren Fragen rund um die Schwangerschaft, das Wochenbett und ihrem Kind allein gelassen.
Daher haben wir uns entschieden, dir bei all deinen Problemen unterstützend mit unserem Blog zur Seite zu stehen, damit du alles nachlesen und loswerden kannst, was dich und dein Kind betrifft.
Viel Spaß beim Lesen!
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