Das Baby ist eingeschlafen und schon geht es los: Es schmatzt, seufzt oder macht plötzlich andere ungewohnte Laute. Da stellt sich schnell die Frage: Ist es normal, dass mein Baby nachts so laut schläft? Aber keine Sorge: Laute Geräusche im Schlaf sind bei Babys meist unbedenklich und ein ganz normaler Teil der Entwicklung.
In diesem Beitrag erfährst du, warum Babys im Schlaf so viele Geräusche machen, wie sie klingen können und wann du etwas genauer hinhören solltest.
Inhalt
- Welche Geräusche sind normal
- Woher kommen die Geräusche
- Was kann ich tun
- Hat mein Baby einen Nachtschreck
- Warnsignale
- Warum grunzt mein Baby nachts
Welche Geräusche sind beim Schlafen normal?
Diese Geräusche und Verhaltensweisen zeigen Babys besonders häufig im Schlaf:
- Seufzen
- Schmatzen
- Saugbewegungen
- Quietschen
- Murmeln
- leises Wimmern
- kurzes Aufschreien
- eine unregelmäßige Atmung mit kurzen Atempausen von wenigen Sekunden, bei denen die Hautfarbe unauffällig bleibt (periodische Atmung)
Wichtig: Kurze Atempausen von wenigen Sekunden können bei der periodischen Atmung normal sein. Wenn dein Baby dagegen deutlich länger nicht atmet, sich dabei verfärbt oder anschließend nach Luft ringt, ist das nicht normal und muss sofort medizinisch abgeklärt werden.
- Schnaufen, Grunzen, Gurgeln oder leise rasselnde Geräusche. Denn gerade bei Neugeborenen sind die Atemwege noch sehr klein, sodass Atemgeräusche häufig deutlich lauter wirken, als man es von Erwachsenen kennt.
- Bewegung (v.a. der Arme und Beine)
- kurzes Öffnen der Augen
- Weinen
- Verziehen des Gesichts
- Lächeln
Das alles wirkt vielleicht erst einmal beunruhigend, ist aber grundsätzlich kein Grund zur Sorge. Wichtig: Entscheidend ist nicht allein, wie laut dein Baby atmet, sondern vor allem, wie es dabei aussieht und wirkt. Atmet es entspannt, hat eine normale Hautfarbe und trinkt wie gewohnt, sind Geräusche häufig unproblematisch.
Woher kommen die Geräusche und Bewegungen?
Der Grund für die Geräusche und Bewegungen ist der sogenannte aktive Schlaf. Das ist eine Schlafphase beim Baby, in der das Gehirn besonders aktiv ist. Bei Babys treten in dieser Phase häufig Bewegungen, Geräusche und Mimik auf. Das kann deshalb manchmal so wirken, als wäre dein Baby wach, obwohl es eigentlich schläft.
Hebammenwissen 💡
Der Schlaf bei Babys unterscheidet sich deutlich von dem eines Erwachsenen. Während der aktive Schlaf bei Babys etwa die Hälfte ihres Schlafs ausmacht, verbringen Erwachsene nur ca. 20-25 % in der vergleichbaren REM-Schlafphase. Das liegt vor allem daran, dass sich das Gehirn und das Nervensystem bei Babys noch rasanter entwickeln und sie unzählige neue Eindrücke im Schlaf verarbeiten. Der aktive Schlaf ist bei Babys besonders leicht und enthält viele kurze Übergänge zwischen Schlafen und Wachsein. Deshalb können Babys in dieser Phase sehr aktiv wirken, obwohl sie eigentlich noch schlafen.
Und auch die Atmung spielt hier eine wichtige Rolle. Denn die Atemwege von Babys sind noch sehr klein und eng, sodass Atemgeräusche häufig deutlicher hörbar sind. Außerdem atmen Babys meist noch etwas unregelmäßiger als ältere Kinder und Erwachsene. Das kann zu kleinen Atempausen und kurzen Veränderungen des Atemrhythmus führen. Auch sie sind in der Regel ein normaler Teil der Entwicklung. Hat dein Baby eine leicht verstopfte Nase, kann das ebenfalls dazu führen, dass es im Schlaf lauter atmet oder schnauft. Gerade bei Neugeborenen kann schon wenig Nasensekret die Atmung lauter erscheinen lassen.
Was kann ich gegen die Geräusche tun?
Auch wenn die Schlafgeräusche und Bewegungen manchmal ungewohnt wirken: Du kannst und musst in der Regel nichts dagegen tun. Denn sie treten häufig auf, ohne dass dein Baby überhaupt etwas davon merkt. Es klingt vielleicht komisch, aber die meisten Babys schlafen während des aktiven Schlafs ganz friedlich weiter und wachen eigentlich gar nicht auf, obwohl sie dabei Geräusche machen oder sich bewegen. Und falls dein Baby doch kurz wach wird, kannst du zunächst einen Moment abwarten und schauen, ob es von allein wieder in den Schlaf findet.
Hebammentipp
Wir wissen, dass es oft schwerfällt, aber: Warte zunächst einen kurzen Moment ab und beobachte dein Baby ganz genau. In der Regel schläft es weiter, obwohl es sich bewegt oder Geräusche macht. Weint dein Baby jedoch deutlich, wirkt hungrig oder sucht aktiv deine Nähe, darfst und solltest du natürlich auf diese Bedürfnisse eingehen.
Je älter dein Baby wird und mit zunehmender Reife des Nervensystems verändert sich auch der Schlaf. Viele der typischen Geräusche und Bewegungen werden mit der Zeit weniger und der Schlaf wirkt häufig ruhiger.
Hebammentipp
Bei den meisten Schlafgeräuschen kannst du also wirklich nur abwarten. Trotzdem gibt es einige Tipps, mit denen du dein Baby abends unterstützen kannst: Achte auf ausreichend Schlaf, eine ruhige und sichere Schlafumgebung und wiederkehrende Schlafrituale. Auch feste Schlafrituale können deinem Baby helfen, leichter zur Ruhe zu kommen. Eine tolle Möglichkeit ist hier ein abendliches Bad mit unserem Schlummer Bad: Mit seinem Lavendel-Duft zaubert es eine ruhige und entspannende Atmosphäre und unterstützt dein Baby dabei, den Tag sanft ausklingen zu lassen.
Hat mein Baby einen Nachtschreck?
Der Nachtschreck (Pavor nocturnus) ist ein nächtliches, meist harmloses Phänomen. Es tritt typischerweise 2-3 Stunden nach dem Einschlafen auf und dauert etwa 5-40 Minuten an.
Dabei kann das Kind plötzlich aufschreien, weinen oder sehr aufgeregt wirken und die Augen öffnen, obwohl es weiterhin schläft. Für die Eltern kann das sehr beängstigend sein. Das Kind selbst bekommt von einem Nachtschreck aber überhaupt nichts mit. Denn auch wenn es die Augen geöffnet hat, schläft es in Wahrheit weiter und erinnert sich auch am nächsten Morgen nicht daran. Ganz ähnlich wie beim Schlafwandeln, das du vielleicht kennst.
Ein Nachtschreck tritt aber in der Regel erst im Kleinkindalter, meist zwischen dem 2. und 7. Lebensjahr auf. Bei Babys ist er dagegen äußerst selten. Lautes Weinen oder Aufschrecken in der Nacht hat bei Babys deshalb oft eine andere Ursache, z.B. Hunger, Blähungen, einen Wechsel der Schlafphase, Übermüdung oder das Bedürfnis nach Nähe.
Hebammentipp
Dein Baby zuckt im Schlaf plötzlich zusammen oder breitet seine Arme aus? Das ist kein Nachtschreck, sondern häufig der sogenannte Moro-Reflex. Das ist ein ganz normaler, angeborener Reflex in den ersten Lebensmonaten. Auch er ist kein Grund zur Sorge und bildet sich etwa bis zum 4. Lebensmonat von allein wieder zurück.
Warnsignale: Wann du eine Fachperson aufsuchen solltest
In den meisten Fällen sind die Geräusche im Schlaf bei Babys vollkommen harmlos. Selten können hinter auffälligen Atemgeräuschen auch Erkrankungen der Atemwege oder eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) stecken. Diese Beschwerden sollten kinderärztlich abgeklärt werden. Warnsignale sind hier:
- wiederholte Atempausen
- angestrengte/erschwerte Atmung und deutliches Einziehen am Brustkorb oder unter den Rippen
- auffällige Müdigkeit
- ungewöhnliche Schlafpositionen (z.B. ein stark überstreckter Kopf)
- Trinkschwäche
- eine ausbleibende altersgerechte Entwicklung
- auffälliges Schnarchen
Hinweis: Ein gelegentliches Schnaufen oder ein einzelnes Schnarchgeräusch können bei Babys vorkommen und sind erst einmal noch kein Grund zur Sorge. Beobachte das aber immer ganz genau: Ist das Schnarchen sehr regelmäßig, laut oder wirkt die Atmung deines Babys angestrengt, sollte auch das kinderärztlich abgeklärt werden.
Hebammentipp
Nimm ein kurzes Video auf, falls du eine oder mehrere Auffälligkeiten bemerkst. So kannst du dem Kinderarzt/der Kinderärztin deine Beobachtung genau zeigen und dabei helfen, die Situation besser einzuschätzen.
Und auch diese Warnsignale solltest du mit einem Arzt/eine Ärztin besprechen:
- deutlich verlängerte oder wiederholt auftretende Atemaussetzer
- Fieber, besonders bei jungen Babys
- Trinkschwäche oder Trinkverweigerung
- ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Teilnahmslosigkeit
- schrilles, anhaltendes Schreien
- wenn dein Baby insgesamt krank oder verändert wirkt
! Wichtig: Bei deutlichen Atemproblemen, blauen Lippen/einer bläulichen Hautfarbe oder wenn dein Baby nicht normal atmet, solltest du sofort medizinische Hilfe (112) holen.
Hebammentipp
Höre auf dein Bauchgefühl! Denn wie so oft gilt auch hier: Wenn du das Gefühl hast, dass etwas komisch ist oder einfach nicht stimmt, solltest du lieber einmal mehr deine Hebamme oder einen Kinderarzt/eine Kinderärztin kontaktieren. Steckt wirklich etwas Ernsteres dahinter, kann direkt gehandelt werden. Und wenn es doch ein Fehlalarm war, kannst du wieder beruhigt sein und hast wertvolle Gewissheit.
Warum grunzt mein Baby nachts?
Sind dir bei deinem Baby vor allem Geräusche wie Grunzen oder Pressen aufgefallen? Dahinter steckt eine harmlose Erklärung: Gerade in den ersten Lebenswochen muss dein Baby erst noch lernen, den Druck im Bauchraum aufzubauen und gleichzeitig den Beckenboden zu entspannen. Das zu koordinieren klappt anfangs nicht immer. Deshalb grunzen oder pressen Babys recht häufig und werden dabei manchmal sogar kurz rot im Gesicht. Das ist ein ganz normales Phänomen und wird als Säuglingsdyschezie bezeichnet. Und keine Sorge: Solange der Stuhl weich ist und dein Baby ansonsten gut gedeiht, handelt es sich dabei in der Regel nicht um eine Verstopfung. Dein Baby muss lediglich noch lernen, die Muskeln für den Stuhlgang richtig zu koordinieren.
Nachts fällt das Grunzen oft besonders auf, weil es in der ruhigen Umgebung deutlicher zu hören ist. Es hängt also gar nicht unbedingt mit dem Schlafen zusammen. Mit zunehmender Reife des Nervensystems lernt dein Baby diese Abläufe meist ganz von selbst und das Grunzen wird nach und nach weniger.
Hebammentipp
Wenn der Bauch deines Babys doch einmal drückt, kann eine Bauchmassage helfen, die Verdauung anzuregen und die Luft zu befreien. Unser Bäuchlein Öl ist speziell für eine angenehme Bauchmassage bei Babys entwickelt und seine Rezeptur mit Bio-Kamillenöl, Bio-Sanddorn und Bio-Anisöl genau auf die zarte Babyhaut abgestimmt. Du kannst es ab der Geburt verwenden und überschüssiges Öl nach der Massage einfach auf dem Körper verteilen.
Gerade Erstlingseltern achten nachts ganz genau auf jedes Geräusch ihres Babys. Und das ist völlig verständlich! Die gute Nachricht: Die meisten Geräusche und Bewegungen sind ganz normal und gehören zur Entwicklung deines Babys mit dazu. Mit der Zeit reifen Nervensystem und Schlafrhythmus weiter, sodass dein Baby nachts von allein ruhiger wird. Beobachte dein Baby deshalb aufmerksam, gib ihm Zeit und vertraue dabei immer auf dein Bauchgefühl!
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ABOUT

Wir sind Anja & Marie, zwei Hebammen aus Leidenschaft.
In Deutschland herrscht derzeit ein großer Mangel an Hebammen. Dieses Problem bekommen wir nahezu täglich in unserer Arbeit zu spüren. Viele Familien fühlen sich gerade in dieser besonderen Zeit mit ihren Fragen rund um die Schwangerschaft, das Wochenbett und ihrem Kind allein gelassen.
Daher haben wir uns entschieden, dir bei all deinen Problemen unterstützend mit unserem Blog zur Seite zu stehen, damit du alles nachlesen und loswerden kannst, was dich und dein Kind betrifft.
Viel Spaß beim Lesen!
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