Neun Monate hast du dein Baby im Bauch getragen. Es war warm, geschützt und du hast deinem Baby viel Liebe und Nähe geschenkt. Dein Kind braucht diese Nähe und Geborgenheit auch nach der Geburt und deshalb werden Babys oft unruhig und finden nicht gut in den Schlaf, wenn man sie versucht alleine in ein Bett zu legen. Deshalb ist es wichtig eine gute Schlafumgebung zu schaffen.
Warum ist das Thema sichere Schlafumgebung und gute Schlafverhältnisse eigentlich so wichtig?
Der Hintergrund dafür ist die Prävention des befürchteten plötzlichen Kindstodes (in Englisch: SIDS = sudden infant death syndrome). Es gibt viele verschiedene Studien, die sich seit den 80er Jahren mit dem Thema SIDS beschäftigen und dabei auch den Einfluss einer richtigen Schlafumgebung und Schlafpositionen des Kindes untersuchten. Man kann bis heute nicht abschließend beweisen, was die wirklichen Ursachen für den plötzlichen Kindstod sind. Es gibt jedoch verschiedene Risikofaktoren, die diesen Fall begünstigen. Für einen ruhigen und sicheren Schlaf deines Babys haben wir 4 wichtige Punkte zusammengefasst, die du beachten solltest.
5 Tipps für eine sichere Schlafumgebung
1. Das Beistellbett
Wir empfehlen ein Beistellbett für dein Baby an einer Seite deines Bettes zu befestigen. Ideal ist es natürlich an die Seite zu stellen, wo du als Mama schläfst. So hast du es nachts einfacher dein Baby zu versorgen und zu beruhigen. Während dein Kind in dem Bettchen schläft, sollten keine Kuscheltiere, Schnullerketten, Kissen, Decken und weitere Kleinteile dort deponiert werden.
Es ist immer ratsam einige Spannbettlacken für das Beistellbett zu haben, damit du immer ein frisches Lacken da hast und der ein oder andere Unfall kein Problem ist. Aus dem gleichen Grund, solltest du einen Matratzenschutz aufziehen. Achte darauf, dass dieser zu 100% aus Baumwolle und atmungsaktiv ist, damit sich die Wärme nicht staut und die Kinder nicht ins Schwitzen kommen.
2. Die Raumtemperatur
Die Raumtemperatur im Schlafzimmer sollte idealerweise bei 16-18 Grad liegen. Das ist natürlich nicht immer möglich, vor allem nicht im Sommer. Versuche dennoch darauf zu achten, dass es nicht zu heiß im Schlafzimmer ist, dunkle es über Tag ab und heize das Zimmer nicht zusätzlich.
3. Die Raumluft
Vor dem Schlafen gehen solltest du unbedingt nochmal gut lüften, damit genügend Sauerstoff im Raum ist. Außerdem sollte die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40-60% liegen. Das erreichst du im Normalfall durch gutes Lüften. Ganz wichtig zur Prävention des SIDS ist, dass die Wohnung vollständig rauchfrei ist.
4. Die Liegeposition
Die Rückenlage ist die Position, die aktuell empfohlen wird. Diese bezieht sich jedoch hautsächlich auf die Nacht. Tagsüber, wenn du bei deinem Kind bist, kannst du es auch gerne mal auf den Bauch oder auf die Seite legen. Dies kann sogar Vorteile haben. Die Bauchlage kann Bauchbeschwerden lindern und dein Baby trainiert die wichtigen Hals- und Rückenmuskeln. In der Nacht solltest du dein Baby auf den Rücken legen.
5. Die richtige Kleidung
Das variiert natürlich auch nach der Jahreszeit. Es ist wichtig, dass du keine Decken und Kissen benutzt. Dein Kind könnte dann nämlich während des Schlafens das Kissen oder die Decke über das Gesicht ziehen, was die Luftzufuhr erschwert. Um das zu vermeiden, kannst du einen Schlafsack benutzen. Dieser kann je nach Jahreszeit ein etwas dünneres oder im Winter ein dickeres Modell sein. Unter den Schlafsack kannst du deinem Kind je nach Temperatur einen langarm oder kurzarm Body anziehen und/ oder einen Schlafanzug aus atmungsaktiven Stoffen.
Schlafen im Elternbett
Schlafen im Elternbett verhilft vielen Kindern zu einem ruhigen und erholsamen Schlaf. Viele Kinder benötigen die Nähe, Geborgenheit, den Duft der Eltern und einfach das Gefühl nicht alleine zu sein. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, bei denen es besser ist, dass dein Kind nicht bei euch im Bett schläft. Dein Kind sollte nicht bei euch im Bett schlafen, wenn…
- … ihr Raucher seid.
- … ihr Alkohol getrunken habt.
- … eine Krankheit besteht oder aus einem anderen Grund ihr nicht in der Lage seid auf das Baby zu reagieren.
- … ihr Drogen oder Medikamente zu euch genommen habt. Vor allem Medikamente die in einen sehr schläfrigen und tiefen Schlaf verhelfen.
Der plötzliche Kindstod ist zwar eine sehr reale Gefahr, kommt aber heutzutage nur noch sehr selten vor. Wichtig ist, dass du gut informiert bist und präventive Maßnahmen ergreifst.
Weitere nützliche Infos rund um euer Baby
ABOUT

Wir sind Anja & Marie, zwei Hebammen aus Leidenschaft.
In Deutschland herrscht derzeit ein großer Mangel an Hebammen. Dieses Problem bekommen wir nahezu täglich in unserer Arbeit zu spüren. Viele Familien fühlen sich gerade in dieser besonderen Zeit mit ihren Fragen rund um die Schwangerschaft, das Wochenbett und ihrem Kind allein gelassen.
Daher haben wir uns entschieden, dir bei all deinen Problemen unterstützend mit unserem Blog zur Seite zu stehen, damit du alles nachlesen und loswerden kannst, was dich und dein Kind betrifft.
Viel Spaß beim Lesen!
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