Terminüberschreitung

Die Schwangerschaft neigt sich dem Ende zu und somit stellen sich viele Mamas die Frage: 

Was passiert eigentlich, wenn ich den Entbindungstermin (ET) überschreite und die Geburt nicht von alleine losgeht?

Zuerst klären wir einmal die Frage: 

Was ist denn der Entbindungstermin und wie wird dieser bestimmt?

Der Entbindungstermin wird in der heutigen Zeit meistens bei deiner Frauenärztin oder Frauenarzt festgelegt. Dies geschieht entweder auf Grundlage des ersten Tages deiner letzten Periode oder durch eine Ultraschallmessung. Hier wird die „Scheitel-Steißlänge“ deines Kindes gemessen. Durch die Größe deines Kindes kann dann das Alter deines Kindes und somit der Entbindungstermin bestimmt werden. Dies funktioniert, da die Babys in den ersten 12 Schwangerschaftswochen sehr konstant wachsen und somit individuelle Unterschiede eher wenig zum Tragen kommen. Die Ultraschall-Methode kann vor allem dann hilfreich sein, wenn du einen unregelmäßigen oder auch verlängerten Zyklus hast.

Wir Hebammen rechnen den Termin mit dem ersten Tag deiner letzten Periode und benutzen dazu die sogenannte Naegele-Regel. Das ist eine kleine Formel, mit der wir den Entbindungstermin ausrechen können. Diese lautet:

Erster Tag der letzten Regelblutung + 7 Tage − 3 Monate + 1 Jahr

Dennoch ist dieser Termin natürlich nur eine Schätzung. Manche Mamis wissen vielleicht nicht genau den letzten Tag der Regelblutung, haben einen längeren oder kürzen Zyklus. Der Eisprung findet dann nicht wie im Lehrbuch statt. Auch ein Ultraschallgerät kann nicht immer alles zu 100% genau messen. Nur bei einer künstlichen Befruchtung wie einer IVF- oder ICSI-Behandlung gibt es an sich keine Terminunklarheiten, da das Alter des Embryos genau bekannt ist.

Liebe Mamas und Papas, es nicht schlimm den Entbindungstermin bei einer völlig normalen und gesunden Schwangerschaft zu überschreiten. Lehnt euch zurück und entspannt euch noch einmal die letzten Tage bis es losgeht. Doch jetzt zum eigentlichen Thema: 

Was bedeutet denn nun Terminüberschreitung?

Der Zeitraum von der 40+1 – 41+6 Schwangerschaftswoche wird in den Lehrbüchern als Terminüberschreitung bezeichnet. Die „normale“ Schwangerschaft dauert im Mittel 280 Tage oder 40+0 Wochen (40+1 bedeutet also 40 Wochen und 1 Tag). Eine Terminüberschreitung bezieht sich somit auf den Zeitraum nach dem Entbindungstermin, der oft mit „ET“ abgekürzt. Ab einer Verlängerung um 14 Tage, also der 42+0 Schwangerschaftswoche wird dann von einer Übertragung gesprochen. 

Was kommt in dieser Zeit auf mich zu?

Es bleibt bis jetzt eigentlich erst einmal alles beim „Alten“ außer, dass du zu häufigeren Kontrollen (alle 2-3 Tage) zu deiner Frauenärztin/Frauenarzt gebeten wirst. Hier werden die Herztöne und das Gewicht deines Babys, das Fruchtwasser und dein Wohlbefinden kontrolliert. Es wird auch mit dir besprochen, wie weit du über den Termin gehen möchtest oder ab wann eine Einleitung der Geburt sinnvoll wäre. Verschiedene Faktoren wie beispielsweise auch Begleiterkrankungen werden in der Entscheidungsfindung berücksichtigt.

Kann ich denn ab diesem Zeitpunkt meinen Körper unterstützen, dass die Geburt losgeht?

Wir Hebammen, Ärzte und viele andere wüssten gerne das Patentrezept für den Start der Geburt. Welches Knöpfchen oder welchen Schalter wir umlegen können, um die Geburt beginnen zu lassen. Doch so leicht ist es leider nicht. Jedoch gibt es ein paar Tricks, die du nach Rücksprache mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin/Frauenarzt anwenden kannst. Bitte beachte dabei, dass natürlich jede Schwangerschaft individuell ist und wir nur allgemeine Empfehlungen beschreiben können.

Wir haben 6 Tipps für dich zusammengestellt: 
  • Bauchmassage

Eine Bauchmassage kann zum einen für Entspannung, Ruhe und ein wohliges Gefühl führen und gleichzeitig auch geburtseinleitend wirken. Dazu kann man die richtigen Öle verwenden. Ölen, die Nelke, Eisenkraut, Zimt und Ingwer enthalten, werden wehenauslösende Wirkungen zugeschrieben. Diese Ölextrakte sollten niemals unverdünnt auf die Haut auftragen werden. Am besten mischt man dies mit einem Basisöl wie Mandel- oder Jojobaöl. 

Durchführung: Nimm ein gutes Öl und massiere deinen Bauch gleichmäßig und kreisförmig im Uhrzeigersinn.

  • Spazieren, Treppensteigen

Auch wenn es allmählich etwas beschwerlicher wird, achte darauf, dass du dich regelmäßig bewegst. Dies kann auch in Form von ausgiebigen Spaziergängen sein. Bewegung kann hier auch wehenförderlich sein und regt die Muskulatur und den Darm an. 

Kleiner Tipp: Achte darauf, dass du dich nicht zu stark verausgabst, denn du brauchst noch genug Kraft für die Geburt.

Wehenförderndes Bad

Wenn du gerne badest ist dies perfekt, denn hier kannst du auch einiges Wehenfördendes tun. Das Bad lässt dich entspannen, sorgt für Ruhe und Ausgeglichenheit. Hebammen-Geheimtipp: Benutze für dein Bad 4 Tropfen Nelkenöl mit 250 ml Kaffeesahne und gib dies in eine volle Badewanne. Bade hier 20 min bei 37 Grad. 

  • Sex 

Wie schon weitverbreitet, kann Sex tatsächlich Wehen auslösen. Das Ejakulat des Mannes enthält sogenannte Prostaglandine, die eine wehenauslösende Wirkung haben. Genauso der Orgasmus der Frau. Durch die Ausschüttung des Glückshormons Oxytocin, das das Wehenhormon ist und ebenfalls bei der Geburt in großem Maßen ausgeschüttet wird, können Wehen ausgelöst sein.

  • Senfmehlfußbad

Auch Senfmehl kann Wehen auslösen. Hierzu 1-2 Teelöffel in einen Eimer mit warmem Wasser geben und die Füße 10 min baden. Anschließend die Füße gut abspülen und abtrocknen und dicke Socken anziehen. Gönne dir anschließend ein paar Minuten Ruhe und versuche dich zu entspannen. 

  • Nelkenöltampons

Wie oben schon beschrieben, werden Nelkenöl wehenfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Dies kann auch lokal angewendet werden. Dazu werden meist etwa 50 Tropfen Nelkenöl in 30 ml Mandelöl gemischt. Anschließend von dieser Mischung 5 Tropfen auf einen Tampon träufeln. Führe den Tampon ein und belasse diesen für etwa 1 Stunde. Wiederhole dies nach 6 Stunden erneut. 

Achtung: Durch das Öl, kann es zu einer lokalen vaginalen Reizung kommen und etwas brennen. Wenn dies zu unangenehm ist, solltest du das Tampon entfernen.  Spreche dies aber gerne nochmal bei deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt an. 

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