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Koffein in der Schwangerschaft und Stillzeit

Müdigkeit ist ein häufiges Begleitsymptom, das eine Frau während der Schwangerschaft begleitet. Auch schon in den ersten Schwangerschaftswochen sind Frauen nicht selten müde und fühlen sich abgeschlagen. Da kommt meistens eine Tasse Kaffee genau richtig. Doch warum du hier aufpassen solltest, und was du während der Schwangerschaft und Stillzeit beachten solltest, erfährst du in diesem Artikel. Zudem ist zu wissen, dass Müdigkeit ein unspezifisches Symptom darstellt, hinter dem sich ganz verschiedene Ursachen verbergen können (z.B. auch ein Eisenmangel), so dass du im individuellen Fall dies auch immer mit deiner Frauenärztin/Frauenarzt besprechen solltest.

Doch zuerst einmal: was ist Koffein eigentlich? 

Chemisch gesehen gehört Koffein zu den Verbindungen der Alkaloide und ist in verschiedenen Bestandteilen von Pflanzen wie zum Beispiel der Kaffeebohne, Blättern von grünen und schwarzen Tee aber auch der Kakaobohne enthalten. 

In unserem Organismus fördert Koffein die Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und erhöht den Antrieb. Darüber hinaus wirkt es wachmachend und in gewissermaßen aufputschend. Zudem regt Koffein die Verdauung an, steigert die Darmbewegung und die Durchblutung. 

Warum sollte ich in der Schwangerschaft darauf achten, wie viel Kaffee ich trinke? 

Das enthaltene Koffein in einer Tasse Kaffee lässt nicht nur die werdende Mutter wacher werden, sondern auch das ungeborene Kind. Das Koffein kann die Plazenta schnell passieren und gelangt damit auch direkt zum Fötus. 

Wir Erwachsenen haben bestimmte Eiweißmoleküle (sogenannte Enzyme) in unserem Körper, die das Koffein abbauen können. Jedoch sind diese beim Fötus noch nicht vollständig entwickelt. Somit kann weder das ungeborene Kind noch die Plazenta das Koffein richtig verstoffwechseln. In der Wissenschaft werden verschiedenen nachteilige Auswirkungen von Koffein auf das ungeborene Kind diskutiert (z.B. verlangsamtes Wachstum, Risiko für eine Fehlgeburt), diese lassen sich aber noch nicht abschließend beurteilen.

Deshalb wird meist empfohlen, dass Schwangere koffeinhaltige Getränke nur in moderaten Mengen zu sich nehmen.

Wie viel Koffein kann ich in der Schwangerschaft trinken? 

Eine exakte maximale Menge ist hierbei nicht einfach zu bestimmen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beschrieb im Jahr 2015 eine Koffein-Aufnahme aus allen Quellen von bis zu 200 mg pro Tag als unbedenklich für den Fötus 1. Es ist zu beachten, dass Koffein nicht nur in Kaffee, sondern auch in Tee- und Cola-Getränken enthalten sein kann. Auf Energydrinks sollte in der Schwangerschaft verzichtet werden, da neben teils hohen Koffeinmengen auch viele weitere Zusatzstoffe und zudem auch viel Zucker enthalten sein können.

Diese Tabelle zeigt euch, wie viel Koffein in einzelnen Getränken enthalten sein kann:

Durchschnittliche Koffeingehalte von Getränken (nach 1, 2)
200 ml Filterkaffee:ca. 90 mg
60 ml Espresso:ca. 80 mg
200 ml schwarzer Tee (1 Tasse):ca. 45 mg
200 ml grüner Tee (1 Tasse):ca. 30 mg
250 ml Cola-Getränke:25 mg/330 ml (Dose ca. 35 mg)
250 ml Energydrink (1 Dose):ca. 80 mg
200 ml Kakao-Getränk:8 bis 35 mg
Gibt es Alternativen zu Koffein, um die Müdigkeit zu minimieren? 

Ja, definitiv! Um die Müdigkeit zu reduzieren können andere kreislaufsteigernde Maßnahmen helfen, die belebend wirken. Dazu zählen viel frische Luft, ausreichend Bewegung mit Spaziergängen, Sport, oder auch Yoga und eine ausgewogene Ernährung. Auch können kalte Aufgüsse hilfreich sein, bei denen man beispielsweise kaltes Wasser über die Unterarme laufen lässt. 

Koffein in der Stillzeit 

Koffein geht mit der Muttermilch auf das Baby über. Es kann zudem das Koffein noch nicht ausreichend verarbeiten, so dass sich dieses im Körper des Babys anhäuft, was u.a. zu Unruhe führen kann. Daher gelten ähnliche Regeln für den Koffeinkonsum in der Stillzeit wie in der Schwangerschaft. Die Stillende sollte daher Koffein nur in Maßen und möglichst nach dem Stillen zu sich zu nehmen. Die EFSA schätzt eine über den gesamten Tag verteilte Koffein-Aufnahme von bis zu 200 mg pro Tag für das gestillte Kind als unbedenklich ein 1

Wichtig ist auch hier, die gesamte Menge an aufgenommenen Koffein zusammen zu nehmen (s. Tabelle). Auch Cola-Getränke, Grün- oder Schwarztee, Koffein in Power-Riegel etc. sind natürlich zu berücksichtigen.

Zum Thema Koffein findest du hier auch ein Video von uns.

Quellen
1                EFSA NDA Panel (EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies). Scientific Opinion on the safety of caffeine. EFSA Journal 2015; 13: 4102
2                Bundesinstitut für Risikobewertung. Fragen und Antworten zu Koffein und koffeinhaltigen Lebensmitteln, einschließlich Energy Drinks. Online:https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_koffein_und_koffeinhaltigen_lebensmitteln__einschliesslich_energy_drinks-194760.html

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2 Kommentare

  1. Juni 14, 2022 / 11:44 am

    Wow, super interessant. Ich bin zwar noch nicht schwanger, aber wir wollen das Thema so langsam angehen. Daher informiere ich mich schon mal ein bisschen (finde es einfach alles soooo spannend :D). Ich hatte bisher oft gehört, dass man gar keinen Kaffee (bzw. Koffein) zu sich nehmen darf. Da ich aber eh schon das Fatigue Syndrom habe, hab ich ein bisschen Angst vor der Müdigkeit in der Schwangerschaft.
    Aber ich bin gerade sehr überrascht was die Zahlen angeht. Gegen Müdigkeit hatte Kaffee bisher keine Wirkung bei mir, aber es ist doch zur Gewohnheit geworden 1 Tasse am Tag zu trinken.
    Das ist ja anscheinend gar nicht schlimm und könnte ich ab und an auch weiterhin tun. Cool 😀

    Sonst trinke ich eh nur Wasser, selten mal einen Tee. Sollt also hinhauen.

    Danke für diesen wissenswerten und toll geschriebenen Beitrag.

    LG, Annika

    • HebAnja
      Juni 21, 2022 / 1:25 pm

      Danke für deinen lieben Kommentar. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir dir mit diesem Blogpost eine kleine Sorge nehmen konnten. Wir drücken euch fest die Daumen, dass alles wie geplant klappt.

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