Ein saurer Geschmack im Hals und ein Brennen hinter dem Brustbein: Sodbrennen gehört zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft und kann den Alltag ganz schön erschweren. Die gute Nachricht: Auch wenn Sodbrennen sehr unangenehm sein kann, ist es grundsätzlich harmlos und verschwindet nach der Geburt meist von alleine wieder.
In diesem Beitrag erfährst du, welche Ursachen Sodbrennen haben kann, welche Tipps dir helfen können und wann du deine Beschwerden lieber ärztlich abklären solltest.
Inhalt
Ursachen für Sodbrenne
Dass Sodbrennen gerade in der Schwangerschaft so häufig vorkommt, liegt vor allem an den folgenden Gründen:
- Hormone: Sie entspannen die Muskulatur bereits zu Beginn der Schwangerschaft. Das ist wichtig, um den Körper der Mama auf das wachsende Baby und die spätere Geburt vorzubereiten. Allerdings entspannen sich dadurch auch die Muskeln im Magen-Darm-Trakt, was Sodbrennen hervorrufen kann.
- Das wachsende Baby: Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, desto mehr Platz benötigt das Baby im Bauch. Dadurch wird der Magen immer weiter nach oben gedrückt und die Magensäure kann leichter in die Speiseröhre gelangen. Deshalb berichten viele Schwangere vor allem im 3. Trimester über stärkere Beschwerden.
- Risikofaktoren: Auch bestimmte Risikofaktoren, z.B. Mehrlingsschwangerschaften, können Sodbrennen begünstigen.
Das bedeutet aber auch, dass das Sodbrennen meist nach der Geburt deutlich besser wird oder sogar direkt wieder ganz verschwindet.
Symptome
Sodbrennen macht sich meist vor allem durch ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein bemerkbar. Zusätzlich steigt in der Regel Magensäure bis in den Hals oder den Mund auf, wodurch ein saurer oder bitterer Geschmack entsteht. Weitere mögliche Beschwerden sind:
- Häufiges Aufstoßen
- Druckgefühl im Oberbauch
- Manchmal auch Heiserkeit und Reizhusten
Typisch für Sodbrennen ist außerdem, dass diese Beschwerden nach dem Essen, beim Bücken oder im Liegen stärker werden.
Hebammentipp
Viele Schwangere berichten, dass das Sodbrennen vor allem abends zunimmt und dadurch das Schlafen ziemlich erschwert. Versuche deshalb, deine letzte größere Mahlzeit nicht direkt vor dem Schlafengehen zu dir zu nehmen. Oft helfen schon 2-3 Stunden zwischen dem Abendessen und dem Zubettgehen, um das Schlafen spürbar zu erleichtern.
Wie ausgeprägt die Symptome sind und wie lange sie anhalten, ist von Frau zu Frau ganz unterschiedlich. Manche spüren sie nur gelegentlich, andere haben mehrere Wochen oder sogar bis zur Geburt fast täglich mit Sodbrennen zu kämpfen. Das kann zwar nicht immer verhindert werden, trotzdem gibt es einige Tipps und Tricks, die die Beschwerden deutlich lindern können:
Wann sollte ich Sodbrennen ärztlich abklären lassen?
In den meisten Fällen ist Sodbrennen in der Schwangerschaft zwar ziemlich unangenehm, grundsätzlich aber harmlos für dich und dein Baby. Es gibt jedoch bestimmte Warnsignale, die du umgehend ärztlich abklären solltest:
- Starke Schmerzen
- Schluckbeschwerden
- Schmerzen im Oberbauch
- wenn du kaum noch essen und/oder trinken kannst
- Häufiges Erbrechen
- Blut im Erbrochenen und/oder im Stuhl
Und auch wenn die Beschwerden trotz entsprechender Maßnahmen oder einer Behandlung über längere Zeit unverändert stark bleiben oder immer wieder auftreten, ist es sinnvoll, einen Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.
Tipps gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft
- Mehrere kleine Mahlzeiten, anstatt wenige große. Verteile deine Mahlzeiten also am besten in kleine Portionen über den Tag hinweg. Das entlastet den Magen und kann Sodbrennen reduzieren.
- Langsam essen und gründlich kauen: Auch das schont den Magen und kann die Verdauung unterstützen.
- Reizende Lebensmittel meiden: Bestimmte Lebensmittel fördern die Bildung von Magensäure oder reizen die Speiseröhre zusätzlich. Dazu gehören z.B. sehr fettige, stark gewürzte oder scharfe Speisen, Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke, Schokolade und säurehaltige Lebensmittel (beispielsweise Zitrusfrüchte).
- Spazieren nach dem Essen: Das fördert die Verdauung und kann den Druck auf den Magen reduzieren. Umgekehrt solltest du vermeiden, dich direkt nach dem Essen hinzulegen.
- Mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen, damit weniger Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt.
Hebammentipp
Lege dir zusätzlich ein ‘Sodbrennen-Tagebuch’ an, wenn die Beschwerden sehr stark sind oder über eine längere Zeit anhalten. Denn das kann sehr hilfreich dabei sein, individuelle Auslöser zu identifizieren und diese in Zukunft zu vermeiden.
Hausmittel gegen Sodbrennen
- Kaugummi kauen: Das Kauen hilft dabei, die Speichelproduktion anzuregen und damit die Magensäure in der Speiseröhre teilweise zu neutralisieren. Deshalb wird zuckerfreies Kaugummi sogar in medizinischen Leitlinien als unterstützende Maßnahme bei Sodbrennen empfohlen.
- Mandeln, Haferflocke & Co.: Anders als das Kaugummikauen sind viele Hausmittel, die bei Sodbrennen empfohlen werden, nicht wissenschaftlich belegt. Das bedeutet aber nicht, dass sie dir nicht trotzdem helfen können. Viele Schwangere berichten z.B., dass Mandeln, Haferflocken oder ein Glas Milch ihre Beschwerden reduzieren konnten. Wichtig: Nicht jedes Hausmittel hilft jeder Schwangeren. Probiere deshalb vorsichtig aus, was dir persönlich guttut.
Darauf solltest du verzichten
- Natron und Backpulver: Sie können die Magensäure zwar kurzzeitig neutralisieren, allerdings kann es danach zu einer stärkeren Säureproduktion kommen. Außerdem enthalten sie viel Natrium, was u.a. Wassereinlagerungen begünstigen kann.
- Brause: Auch Brausepräparate enthalten oft eine hohe Menge Natrium. Zusätzlich dazu ist in einigen von ihnen Acetylsalicylsäure enthalten. Diese sollte in der Schwangerschaft grundsätzlich nicht ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden.
- Apfelessig: Auch er wird häufig als Hausmittel gegen Sodbrennen empfohlen. Die Wirkung ist allerdings nicht wissenschaftlich belegt. Im Gegenteil: Da Essig selbst sauer ist, kann er die bereits gereizte Speiseröhre zusätzlich angreifen und die Beschwerden sogar verstärken.
Medikamente gegen Sodbrenne
Wenn die Beschwerden trotz der Tipps nicht besser werden, kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente in Frage kommen.
Häufig werden dann zunächst sogenannte Antazida empfohlen. Sie neutralisieren die Magensäure direkt im Magen und gelten, nach ärztlicher Rücksprache, auch in der Schwangerschaft als gut geeignet.
Reichen die Antazida bei deinen Beschwerden allerdings nicht aus, stehen noch weitere medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Wichtig: Medikamente bitte nie eigenständig über einen längeren Zeitraum einnehmen! Sprich bei anhaltenden oder besonders starken Beschwerden immer mit deiner Hebamme oder mit deinem Frauenarzt/deiner Frauenärztin. So könnt ihr gemeinsam entscheiden, welche Behandlung für dich in deiner Schwangerschaft die beste ist.
Hebammentipp
Du musst Sodbrennen nicht einfach aushalten! Gerade wenn die Beschwerden deinen Schlaf oder deine Ernährung stark beeinträchtigen, gibt es Möglichkeiten, dir Erleichterung zu verschaffen. Sprich das Thema deshalb ruhig bei deiner nächsten Vorsorge an und lasse dich individuell beraten.
Gerade in der Schwangerschaft kann Sodbrennen eine echte Herausforderung sein. Mit ein paar kleinen Anpassungen im Alltag lassen sich die Beschwerden jedoch oft schon deutlich reduzieren. Setze deshalb auf mehrere kleine Mahlzeiten, beobachte, welche Lebensmittel dir guttun und baue kleine Spaziergänge nach dem Essen ein. Zögere auch nicht, mit deiner Hebamme oder einem Arzt/einer Ärztin darüber zu sprechen. So findest du die für dich passende Unterstützung. 🧡
Tipp: In dieser Podcast-Folge sprechen wir nochmal ganz ausführlich über typische Schwangerschaftsbeschwerden und geben dir viele praktische Tipps und Tricks für den Alltag. Hör’ gerne mal rein:
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ABOUT

Wir sind Anja & Marie, zwei Hebammen aus Leidenschaft.
In Deutschland herrscht derzeit ein großer Mangel an Hebammen. Dieses Problem bekommen wir nahezu täglich in unserer Arbeit zu spüren. Viele Familien fühlen sich gerade in dieser besonderen Zeit mit ihren Fragen rund um die Schwangerschaft, das Wochenbett und ihrem Kind allein gelassen.
Daher haben wir uns entschieden, dir bei all deinen Problemen unterstützend mit unserem Blog zur Seite zu stehen, damit du alles nachlesen und loswerden kannst, was dich und dein Kind betrifft.
Viel Spaß beim Lesen!
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