Varizen (Krampfadern)

Der Begriff Varizen leitet sich von dem lateinischen Wort varis = Knoten ab. Im Deutschen ist die Bezeichnung Krampfadern üblich.

Was sind Krampfadern/Varizen?

Varizen sind oberflächliche, meist knotig-erweiterte Venen, die bläulich oder auch violett unter der Haut hervortreten können. Meist zeigen sie sich an den Beinen, sie können jedoch auch an der Vulva oder am Anus auftreten.

Nach ihrem Erscheinungsbild unterscheidet man 5 verschiedene Varizentypen

  1. Besenreiservarizen (auch einfach nur Besenreiser genannt)
  2. Stammvarizen 
  3. Seitenastvarizen
  4. Retikuläre Varizen
  5. Perforansvarizen 
Wie entstehen Varizen?

Die Entstehung der Varizen kann viele verschiedene Gründe haben:

  1. Die Hormonumstellung 

Durch die ausgeprägten Hormonumstellungen in der Schwangerschaft erweitern sich die Venen. Hauptsächlich ist das Hormon Progesteron, das in großen Mengen von der Plazenta gebildet wird, dafür verantwortlich. So kann ein höherer Druck innerhalb der Venen auftreten, da es zu einem verlangsamten venösen Rückfluss kommt. Die oberflächlichen Venen werden unterhalb der Haut sichtbar und schimmern bläulich oder violett. 

  • Der Uterus

Durch das Wachstum des Babys wächst auch der Uterus (Gebärmutter) in großem Umfang und folglich kommt es zu einem erhöhten Druck auf die Beckenvenen. Der Blutfluss wird dadurch verringert, der Rückfluss verlangsamt und das Blut staut sich zurück in die vorangehenden Gefäße. Varizen können so hervortreten. 

  • Bewegungsmangel 

Es ist bekannt, dass Bewegung auch in der Schwangerschaft für den Körper sehr wichtig ist. Das Herz-Kreislauf-System wird angeregt und die Flussgeschwindigkeit in den Venen kann hierdurch beschleunigt werden. Deshalb ist regelmäßige Bewegung vor allem auch als Präventionsmaßnahme für das Auftreten von Varizen sehr bedeutsam. Aber auch wenn bereits erste Varizen hervorgetreten sind kann Bewegung den Zustand verbessern und die Entstehung weiterer Varizen verhindern.

  • Bindegewebsschwäche

Das Bindegewebe spielt auch hier (wie so oft) eine große Rolle. Liegt eine Bindegewebsschwäche vor, können Varizen früher sichtbar werden. Die Haut dehnt sich schnell und leichter aus und die oberflächlichen Venen treten hervor. Eine Bindegewebsschwäche ist häufig genetisch bedingt. Daher sind in diesen Fällen präventive Maßnahmen wie ausreichend Bewegung besonders wichtig.

Begleitsymptome 

Neben dem optischen sichtbar werden der Varizen können auch verschiedene Begleitsymptome und Beschwerden auftreten. Hierzu zählen:

  • Das Gefühl von schweren Beinen 
  • Druckempfindlichkeit im Bereich der Varizen 
  • Spannungsgefühl in den Beinen
  • Schmerzen im Bereich der Varizen
  • Wadenkrämpfe
  • Juckreiz der Haut
  • Taubheitsgefühl im Bereich der Varizen

Wenn starke Schermerzen oder Rötungen im Bereich der Varizen auftreten, das umliegende Gewebe sehr warm ist oder du dich sonst beunruhigt fühlst, solltest du einen Arzt aufsuchen. Wenn du Varizen bemerkst, ist es generell wichtig, dass du diese bei einer Vorsorgeuntersuchung bei deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme erwähnst. 

Was kannst du dagegen tun?

Präventive Maßnahmen sind zur Vermeidung des Auftretens von Varizen ganz wichtig.

  • Hochlegen der Beine (fördert den Rückfluss des Blutes aus den Beinen)
  • Bewegung (zügiges Spazierengehen kann bereits helfen), Radfahren, Schwimmen
  • Fuß- und Beingymnastik
  • Einreiben der Beine mit verschiedenen Extrakten
  • Kompressionsstrümpfe
  • Kalt-warme Wechselduschen 

Probiere gerne verschiedene Varianten aus. Wir hoffen, dass ein paar Vorschläge dir eine kleine Erleichterung schaffen können. 

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