Pflege von Geburtsverletzungen


Bei einer Geburt kann es zu verschiedenen Geburtsverletzungen kommen. Wir wissen natürlich, dass dieses Thema sehr sensibel und mit vielen Unsicherheiten verbunden ist. Wir wollen dir daher heute ganz kurz und knapp einzelne Arten der Geburtsverletzungen erklären und dir ein paar Tipps und Tricks für das Wochenbett mitgeben, um eine eventuell vorhandene Geburtsverletzung optimal zu pflegen.

Es gibt drei verschiedene Verletzungen, die bei einer Geburt entstehen können. Je nach Größe und Lage der Verletzung ist eine Versorgung durch eine Naht notwendig.

Dammriss

Der Dammriss ist eine Verletzung im Bereich des Dammes. Dieser liegt zwischen der Vagina und dem After. Hier kann es während der Geburt zu einem Riss der Vaginalschleimhaut und anderer Gewebeschichten kommen.


Scheidenriss und Labienriss

Ein Scheidenriss ist eine Verletzung der Vagina. Beim Labienriss wiederum sind die Schamlippen betroffen. Durch den Druck des Kopfes oder Steißes vom Kind kann es zu Rissen in der Vagina und bzw. oder der Labien kommen.


Episiotomie

Die Episiotomie, auch Dammschnitt genannt, dient zur Erweiterung des Geburtskanals. Sie wird aktiv durch die Hebamme oder die Ärztin/den Arzt durch Einschneiden durchgeführt.


Pflege der Geburtsverletzungen

Es gibt viele verschiedene Arten der Pflege von Geburtsverletzungen. Viele Hebammen handhaben es auf unterschiedliche Art und Weise und greifen daher auf verschiedene Salben, Tinkturen oder Mittel zurück. Wir zählen dir heute ein paar dieser Möglichkeiten der Pflege auf und hoffen, dass sie dir gut helfen werden. Auch die Hygiene spielt hierbei eine große Rolle. Wenn du dazu mehr erfahren möchtest, schaue gerne noch einmal den Artikel Hygiene im Wochenbett an.

Zuerst haben wir 5 Tipps zum allgemeinen Umgang mit Geburtsverletzungen:

  1. Gönne dir viel Ruhe und versuche, dich zu schonen. Zu viel Bewegung und Stehen kann Druck auf deine Naht ausüben und sollte daher vermieden werden. Stillen klappt auch super in liegenden Positionen. Schonhaltungen sollten verhindert werden.
  2. Lasse möglichst viel Luft an die Verletzung.
  3. Verwende keine Plastikbinden. Achte darauf, dass sie luftdurchlässig sind.
  4. Setzte dich am besten nicht in den Schneidersitz. Durch den Schneidersitz kann die Naht unter Spannung geraten und dir so Schmerzen verursachen.
  5. Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe: Jede Verletzung braucht seine Zeit zum Heilen und diese solltest du ihr auch geben.


Calendulaessenz

Zur Pflege empfehlen wir dir, regelmäßig bei jedem Toilettengang zu spülen, damit die Wunde sauber bleibt. Nehme einen Teelöffel der Essenz und gebe es in deinen Spülbecher. Spüle dich mit der im Wasser enthaltenden Calendulaessenz ab. Dies sorgt für ein wohltunendes Gefühl, ist antibakteriell und wirkt abschwellend.

Hebammen-Tipp: Nehme eine Binde, tupfe ein paar Tropfen der Calendulaessenz auf die Binde und betröpfel diese anschließend mit etwas Wasser. Lege sie dann in die Gefriertruhe und lasse die nasse Binde frieren. Wenn diese gefroren ist, hole sie aus dem Gefrierfach heraus und lasse sie 2 Minuten bei Zimmertemperatur liegen, damit sie antaut und lege diese anschließend ein (Hinweis: Überprüfe zuvor am Unterarm, dass sie dir nicht zu kalt ist). Es besitzt eine tolle kühlende Wirkung, wirkt antibakteriell, abschwellend und einfach wohltuend. Wende diesen Trick jedoch nicht zu oft an, da vermehrtes Kühlen die Heilung behindern kann.


Beinwellsalbe

Zur Pflege deiner Geburtsverletzung kannst du auch zu einer Beinwellsalbe greifen. Diese erhältst du in der Apotheke. Trage diese dünn auf die Wunde auf und lasse sie einziehen. Auch hier gilt natürlich: Viel Luft fördert die Heilung der Wunde.


Sitzbäder

Auch Sitzbäder können bei Geburtsverletzungen sehr hilfreich sein. Je nach dem angewendeten Zusatz wirken sie entzündungshemmend, erfrischend und wohltuend. Du kannst hierfür eine Sitzwanne verwenden. Wenn du zu Hause jedoch keine zur Hand hast, ziehe einfach eine Plastiktüte eng über die Klobrille und lasse dir darin ein Sitzbad ein. Du kannst das Sitzbad einmal täglich für 10 bis 15 Minuten anwenden. Das Wasser sollte warm (circa 35°C) sein und eine für dich angenehme Temperatur haben.

Du kannst Sitzbäder mit verschiedenen Zusätzen durchführen:

  • Kamille
  • Eichenrinde
  • Tannolact
  • Schwarztee
  • Calendulaessenz

Der Umgang mit Nahtfäden

Die meisten Fäden, die heutzutage verwendet werden, sind selbstauflösende Nahtfäden. Jedoch gibt es Fäden, die sich mit der Zeit sehr unangenehm und stachelig anfühlen. Diese können nach 7 bis 12 Tagen durch deine Hebamme oder deine Gynäkologin bzw. deinen Gynäkologen entfernt werden. Frage ruhig nach und traue dich. Denn durch den Wochenfluss kann es vorkommen, dass sich die Knoten, die Enden der Fäden, verhärten und ein unangenehmes Gefühl verursachen.


Schmerzmittel und Homöopathie

Auch nach der Geburt gilt: Du musst und solltest keine Schmerzen aushalten. Du darfst und solltest in der ersten Zeit nach Geburt auch Schmerzmittel verwenden. Meist wird Ibuprofen als Mittel der Wahl nach der Geburt empfohlen, da es als ein stillverträgliches Schmerzmittel gilt. (Hinweis: Achte auf die in der Packungsbeilage empfohlene Dosis des Schmerzmittels.)

Ein homöopathisches Mittel, mit dem viele Frauen gute Erfahrungen gemacht haben, ist Arnica. Frage hierzu gerne in der Apotheke deines Vertrauens nach. Viele Apotheken verfügen über homöopathische Mittel und können dich dahingehend gut beraten.


Komplikationen

Bei der Heilung der Geburtsverletzungen können Komplikationen, wie beispielsweise Wundheilungsstörungen oder Infektionen, auftreten. Wenn du dich unsicher fühlst oder Schmerzen hast, solltest du dies ärztlich abklären lassen.

Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

About

Wir sind Anja & Marie – Hebammen, Blogger und deine Nachsorge 2.0
@hallohebamme

Melde dich für unseren Newsletter an