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Wann wird es Zeit in die Klinik zu fahren?

Je näher der Entbindungstermin rückt, desto mehr Fragen stellen sich schwangere Frauen rund um die Geburt. Dabei sorgt eine, vorallem beim ersten Kind, besonders häufig für Verunsicherung: Wann wird es Zeit, in die Klinik zu fahren? Damit du dich gut auf deine Geburt vorbereitet fühlst, setzen wir uns mit diesem Thema in diesem Blogeintrag auseinander und geben dir alle nötigen Informationen mit auf den Weg.

Wehentätigkeit

Immer wieder hören und lesen Frauen, dass man spätestens mit Wehenabständen von 5 Minuten in die Klinik fahren oder sich an den gewählten Geburtsort begeben sollte. Dies wird vielen allerdings nicht gerecht. Es gibt Frauen, die sich mit deutlich kürzeren Abständen zuhause noch wohlfühlen und andere, die mit größeren Abständen schon gerne eine Betreuung an ihrer Seite hätten. Hierzu können wir dir nur Eines sagen: Der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn du dich zuhause nicht mehr wohl fühlst und gerne eine professionelle Begleitung an deiner Seite hättest.

Senkwehen oder Geburtswehen?

Wenn du dir nun unsicher bist, ob es sich bei deinen Wehen um Senkwehen oder Geburtswehen handelt, dann haben wir einen tollen Tipp für dich parat. Wende einfach den Badewannentrick an. Fülle dir dafür eine Badewanne mit körperwarmem Wasser und lege dich für 10-15 Minuten in die Badewanne hinein. Die Senkwehen sollten in der Regel verschwinden. Geburtswehen hingegen bleiben oder werden sogar regelmäßiger und stärker.

Wichtig, immer den Fahrtweg einkalkulieren..

Bedenke bei der Vorbereitung für deine Geburt immer den Fahrtweg zur Klinik. Wenn du einen sehr langen Weg hast um in die Klinik zu fahren, oder mit hohem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist, dann empfiehlt es sich, sich früher auf den Weg zu machen und vor Ort noch etwas spazieren zu gehen. Viele Frauen empfindes es nämlich als unangenehm, mit starker regelmäßiger Wehentätigkeit über längere Zeit in ein und derselben sitzenden Postion zu verharren. Aber auch die Fahrer verspüren die Situation als puren Stress, da sie die Lage häufig nur schwierig einschätzen können. Deswegen gilt, lieber zu früh als zu spät losfahren.



Blasensprung

Bei Abgang von Fruchtwasser ist es wichtig, zeitnah in die Klinik zu fahren. Viele Frauen empfinden hier die Angst, dass der Blasensprung in einem ungünstigen Moment geschieht (z.B. beim Einkaufen an der Kasse) und sie dann in einer riesigen Pfütze dastehen. Außerdem hast du vielleicht auch schonmal davon gehört oder gelesen, dass du dich in solch einer Situation sicherheitshalber, egal an welchem Ort und an welcher Stelle, sofort hinlegen solltest. Das verunsichert erstmal viele. Deswegen hier erstmal ein paar Tipps und Anmerkungen, die dir diese Angst vielleicht etwas nehmen können.

Muss ich mich immer sofort hinlegen, wenn ich einen Blasensprung habe?

Zum Ende deiner Schwangerschaft bist du in sehr engmaschiger Kontrolle zur Schwangerschaftsvorsorge. Frage bei diesen Terminen immer mal nach, ob der Kopf deines Kindes schon Bezug zum Becken hat und wie du dich bei einem auftretenden Blasensprung bis zum nächsten Kontrolltermin verhalten sollst. In der Regel kann dich deine Hebamme und/oder Fachärztin, je näher der Entbindungstermin rückt schon beruhigen. Wenn diagnostiziert wurde, dass der Kopf deines Kindes schon gut für die Geburt eingestellt ist, musst du dich laut der S3 Leitline (vaginale Geburt am Termin), nach heutigen Stand nicht mehr sofort in die waagerechte begeben.

Verliere ich immer große Mengen an Fruchtwasser?

Viel häufiger tritt der Fall ein, dass nur kleine Mengen an Fruchtwasser bei einem Blasensprung austreten. Das merkst du daran, dass deine Unterhose regelmäßig und immer wieder nass und feucht wird, obwohl du diese vielleicht vor einiger Zeit bereits gewechselt hast. An dieser Stelle deswegen noch ein wichtiger Hinweis: Nach einem Blasensprung liegt dein Kind nicht sofort im trockenen. Das Fruchtwasser wird kontinuierlich nachproduziert, d.h. je nachdem wie dein Kind sich bewegt, kann mal mehr oder weniger Fruchtwasser abgehen.

Was kann ich tun, wenn ich mir unsicher bin, ob ich einen Blasensprung habe?

Wenn du dir unsicher bist, ob ein Blasensprung vorliegt oder nicht, solltest du dies immer sicherheitshalber einmal bei deiner Hebamme/Fachärztin oder auch direkt in der Klinik abklären lassen. Lege dir bevor du dich auf den Weg machst, unbedingt eine Vorlage in deine Unterhose, da diese bei der Diagnostik für das geburtshilfliche Personal bereits sehr hilfreich sein kann. Wir haben einige Möglichkeiten, um herauszufinden, ob ein Blasensprung vorliegt oder nicht (z.B. Teststreifen, Lösungen, Abstriche usw.)

Warum ist es überhaupt wichtig, einen Blasensprung zu erkennen?

Wenn Fruchtwasser austritt, ist die Fruchtblase eröffnet. Somit ist die sterile Schutzhülle, welche das Kind schützt, nicht mehr intakt. Das hat zur Konsequenz, dass Bakterien, Viren oder Keime aufsteigen und bis zum Kind vordringen können. Dies kann bei der Mutter und dem Kind gefährliche Infektionen verursachen. Daher empfiehlt es sich bei Unsicherheiten, immer die Hebamme oder Fachärztin aufzusuchen.

Ich dachte ich habe einen Blasensprung, dieser hat sich aber nicht bestätigt…

Keine Sorge, damit bist du nicht alleine. Zum Ende einer Schwangerschaft nimmt das Kind viel Platz im Bauchraum ein. Die Harnblase hat dann nur wenig Platz, sodass es hin und wieder mal passiert, dass sie sich reflektorisch entleert, wenn das Kind z.B. dagegen boxt oder tritt. Zudem kann auch eine Schwäche das Beckenbodens eine Ursache dafür sein das Urin unkontrolliert, vor allem gegen Ende der Schwangerschaft, austritt. Der Beckenboden wird nämlich durch das zusätzliche Gewicht im Bauchraum bereits während einer Schwangerschaft geschwächt.


Blutungen

Blutungen sollten während einer Schwangerschaft immer bei deiner Hebamme und/oder Fachärztin abgeklärt werden. Außerhalb der Sprechzeiten, kannst du immer in die nächstgelegene Klinik fahren, mit der Fachrichtung Gynäkologie und Geburtshifle. Dort kannst du dich rund um die Uhr in der Notfallambulanz oder einem Kreißsaal vorzustellen.

Wichtiger Hinweis: Ist deine Blutung periodenstark oder vielleicht sogar stärker, unverzüglich den Rettungsdienst alarmieren! Auch hier ist es empfehlenswert, eine Vorlage einzulegen. Diese hilft dem geburtshilflichen Personal dabei, die Situation sofort beurteilen zu können.


Abnehmende Kindsbewegungen

Dass Kinder auch mal etwas längere Ruhephasen im Bauch haben können, ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Wenn du aber das Gefühl hast, dass sich das Verhaltensmuster deines Kindes schlagartig verändert hat oder aber du am Abend auf der Couch plötzlich darüber nachgrübelst, ob du heute überhaupt schon Bewegungen wahrgenommen hast, dann solltest du dies sicherheitshalber einmal abklären lassen. Viele Frauen berichten, dass, sobald sie bei ihrer Hebamme/Fachärztin oder im Kreißsaal zur Abklärung eingetroffen waren, sich das Kind auf einmal wieder ganz normal bewegt hat. Aber umso besser, denn in der Schwangerschaft gilt generell der Grundsatz: Lieber einmal zu viel als zu wenig abklären lassen.


Intuition

Zuallerletzt kommen wir zu der weiblichen Intuition. Du hast keine Wehentätigkeit, keinen Flüssigkeitsabgang, keine Blutungen und auch sonst nichts Greifbares, aber dein Körper gibt dir das Signal, dass du dich unverzüglich auf den Weg in die Klinik machen solltest? Dann vertraue auf dein Bauchgefühl! Denn die weibliche Intuition ist etwas, dass während einer Schwangerschaft nicht unterschätzt werden sollte.


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