Das erste Baby Bad ist für viele Eltern ein ganz besonderer Moment, dem sie voller Vorfreude entgegenfiebern. Gerade am Anfang tauchen aber auch viele Fragen auf: Wann darf ich mein Baby zum ersten Mal baden? Wie bade ich es richtig und wie ist es mit Badezusätzen, Duschgel & Co.? Deshalb gehen wir das erste Baby Bad in diesem Beitrag einmal ganz ausführlich mit dir durch und geben dir unsere besten Hebammen-Tipps und -Tricks für ein entspanntes Badeerlebnis an die Hand!
Ab wann darf ich mein Baby baden?
Du kannst dein Baby grundsätzlich ab der Geburt baden, solange der Nabelschnurrest ohne Probleme abheilt. Wenn du dir dabei unsicher bist und keine Hebamme hast, empfehlen wir dir aber zu warten, bis der Nabelschnurrest abgefallen und der Nabelgrund geschlossen ist. Du musst dir auch keine Gedanken darüber machen, ob das vielleicht unhygienisch ist: In den ersten Lebenstagen werden die Babys kaum dreckig und schwitzen auch noch nicht. Es genügt daher oft, sie mit einem nassen Waschlappen sanft zu reinigen.
Wann sollte ich Duschgel, Shampoo & Co. verwenden?
Wie eben beschrieben, reicht klares Wasser zum Reinigen deines Babys am Anfang oft aus. Etwas anderes ist es, wenn z.B. ein paar Reste von der Geburt (z.B. ein wenig Blut oder Käseschmiere) im Haar oder am Körper zurückgeblieben sind. Um diese sanft zu entfernen, ist neben klarem Wasser oft etwas zusätzliche Unterstützung durch ein Shampoo und/oder eine Körperreinigung nötig. Das gleiche gilt, wenn:
- … dein Baby schon früh langes oder fettiges Haar hat.
- … sich hartnäckige bzw. angetrocknete Milchreste auf der Haut gesammelt haben.
- … Rückstände von Sonnencreme oder Ähnlichem vorhanden sind.
Und spätestens wenn die Kinder mobiler werden, die Welt aktiver entdecken und sich dabei auch mal richtig schmutzig machen, gehören ein sanftes Shampoo und etwas zum Waschen des Körpers fest zur Pflegeroutine dazu.
Was ist mit Badezusätzen?
Badezusätze sind am Anfang grundsätzlich nicht notwendig. Wenn dein Kind zu trockenen Hautstellen neigt und du stillst, kannst du zur Pflege aber zusätzlich ein wenig Muttermilch ins Badewasser geben. Die Menge ist dabei ganz dir überlassen, von einzelnen Tropfen bis hin zu einer kleinen Tasse ist alles völlig in Ordnung. Falls du nicht stillst, können wir dir als Alternative unser Baby Bad Hafermilch empfehlen: Es pflegt die Babyhaut ganz sanft, ist auch bei sehr empfindlicher Haut geeignet und du kannst es ab dem ersten Baby Bad verwenden.
Hebammentipp
Als Badezusatz brauchst du gar nicht unbedingt frische Muttermilch: Wenn du Muttermilch im Kühlschrank oder im Gefrierfach gelagert hast, deren Lagerzeit überschritten ist, kannst du diese wunderbar zum Baden verwenden. Prüfe aber vorher immer, ob sie auffällig riecht oder flockig geworden ist. Falls ja, solltest du sie lieber verwerfen.
Checkliste – das brauchst du für das erste Baby Bad
- Checkliste – das brauchst du für das erste Baby Bad
- Ein Gefäß, in dem du dein Baby baden kannst. Das muss aber keine spezielle Baby-Badewanne sein! Gerade in den ersten Lebenswochen kannst du ganz kreativ werden und dein Baby z.B. in einem Wäschekorb (ohne Löcher ;)) oder in der sauberen Spüle baden.
- 1-2 Waschlappen
- Ein Badehandtuch. Hier gibt es z.B. auch Kapuzenhandtücher speziell für Babys.
- Ein Badethermometer*
- Eventuell ein Spucktuch
Die Vorbereitung
Damit das Baby Bad reibungslos klappt und du den Badespaß voll und ganz genießen kannst, haben wir hier einige Tipps, wie du dich gut vorbereiten kannst:
- Richte alle Utensilien schonmal vorab. So musst du während des Badens nichts holen und dein Baby in dieser Zeit womöglich unbeaufsichtigt lassen.
- Schließe Fenster und Türen, damit keine Zugluft entsteht und dein Baby nicht auskühlt. Aus dem gleichen Grund kann es sinnvoll sein, den Raum gegebenenfalls ein wenig vorzuwärmen.
- Fülle das Badegefäß zu ca. drei Vierteln mit Wasser. Die Wassertemperatur beträgt dabei idealerweise 36-37 °C.
- Tränke einen Waschlappen mit Wasser und lege ihn auf den Rand des Badegefäßes. Mit ihm kannst du später das Gesicht und die Augen deines Babys waschen. Das ist wichtig, da die Kinder beim Baden auch gerne mal etwas Urin oder Stuhl ins Wasser lassen. Damit davon nichts ins Gesicht oder in die Augen kommt, legst du den Waschlappen am besten, bis du ihn brauchst, auf den Rand.
- Gib die Badezusätze in das Wasser, falls du welche benutzt.
- Lege ein Handtuch auf die Heizung, um es zum Abtrocknen vorzuwärmen.
- Lege frische Kleidung bereit.
Hebammentipp
Ob die Wassertemperatur passt, kannst du mit deinem Handgelenk oder dem Ellenbogen überprüfen. Gerade am Anfang ist es aber gar nicht so leicht, die Temperatur richtig einzuschätzen. Wenn du dir unsicher bist, kannst du zur Sicherheit immer mit einem Thermometer* kontrollieren. Mit der Zeit wirst du aber ein feines Gespür dafür entwickeln, wann das Wasser die richtige Temperatur für dein Baby hat.
Wie lange und wie oft sollte ich mein Baby baden?
Die Baby Bäder sind für viele Familien ganz besondere Momente der Nähe, Geborgenheit und des gemeinsamen Badespaßes. Nichtsdestotrotz gilt: Weniger ist mehr. Besonders in den ersten Lebenswochen und Monaten ist es völlig ausreichend, das Baby 1-2 mal pro Woche für etwa 5-10 Minuten zu baden. Das liegt daran, dass die Babyhaut noch sehr empfindlich ist und durch häufiges Baden schneller austrocknen kann. Zu welcher Tageszeit ihr badet, ist ganz euch überlassen. Wichtig ist nur, dass dein Baby nicht hungrig ist und nicht unmittelbar nach einer Mahlzeit gebadet wird.
Hebammentipp
Ein Baby Bad zu einem festen Zeitpunkt kann ein wunderbares gemeinsames Ritual sein und ein bisschen Routine in den Alltag mit Baby bringen. Teste ruhig verschiedene Zeitpunkte aus, z.B. nachmittags oder abends, um den passenden für euch zu finden.
Baby Bad – so geht’s Schritt für Schritt
Wenn alle weiter oben beschriebenen Vorbereitungen getroffen sind, kann es mit dem Baby Bad richtig losgehen:
- Halte dein Baby sicher im Badegriff: Greife eine Schultern deines Babys mit Daumen und Zeigefinger, sodass das Köpfchen auf deinem Unterarm liegt. Wichtig ist, dass es nicht nach hinten fallen kann. Mit der anderen Hand stabilisierst du den Po. In diesem Video zeigen wir dir, wie der Badegriff funktioniert:
- Tauche zuerst die Füßchen ins Wasser, führe sie dann langsam an den Rand des Badegefäßes und lasse dein Baby dabei nach und nach ganz ins Wasser gleiten. Wenn der Körper ganz im Wasser ist und die Füße den Rand berühren, kannst du die Hand vom Po nehmen. Wichtig: Die andere Hand bleibt immer am Kind.
Hebammentipp
Gerade die kleinen Neugeborenen können sich in dem großen Badegefäß manchmal ein bisschen “verloren” fühlen. Das merkst du daran, dass dein Baby unruhig wird oder vielleicht sogar anfängt zu weinen. Um deinem Baby zu helfen und eine Art Begrenzung zu schaffen, kannst du ein Spucktuch mit ins Wasser geben und dein Baby damit im Badegefäß ‘zudecken’. Dadurch fühlt es sich geborgen und du kannst das Spucktuch direkt, anstelle eines Waschlappens, zum Waschen verwenden.
- Nimm den Waschlappen vom Wannenrand und wasche damit zuerst die Augen (von innen nach außen) und dann das Gesicht und die Ohren deines Babys. Achte darauf, dass du den Waschlappen nicht mit dem Wasser aus der Wanne nachbefeuchtest, denn dort könnte dein Baby inzwischen etwas Urin oder Stuhl abgesetzt haben.
- Wasche jetzt den restlichen Körper von oben nach unten, das heißt erst den Hals, dann die Achseln, Arme und Hände, als nächstes Bauch, Beine und Füße und zum Schluss den Intimbereich und den Po.
Hebammentipp
Wenn der Kopf des Babys kurz unter Wasser taucht, kann das ein echter Schreckmoment sein, sowohl für das Baby selbst als auch für die Eltern. Aber keine Sorge: In den ersten Lebensmonaten haben Babys einen angeborenen Reflex, der Mund und Nase beim Untertauchen automatisch verschließt. Bewahre also Ruhe, bringe den Kopf direkt wieder über Wasser und versuche deinem Baby, wenn es sich erschrocken hat, durch Körperkontakt Sicherheit zu geben.
- Wasche die Haare mit klarem Wasser oder einem milden Shampoo.
- Wenn du fertig mit dem Waschen bist, stabilisierst du den Po wieder mit der freien Hand und hebst dein Baby langsam mit dem Oberkörper voran aus dem Wasser heraus.
- Hülle dein Baby direkt in das vorgewärmte Handtuch und trockne es ab. Achte dabei besonders auf die Stellen hinter den Ohren, am Hals, an den Achseln, in den Leisten und zwischen allen Falten, damit du Hautirritationen frühzeitig erkennst.
- Nimm dein Baby nach dem Abtrocknen zügig vom nassen Handtuch, damit es nicht auskühlt.
- Als Abschlussritual kannst du die Haut deines Babys mit einem Öl pflegen und sanft massieren. Besonders wenn dein Kind zu trockener Haut neigt, ist das sehr hilfreich und schenkt euch wertvolle gemeinsame Zeit. Zum Schluss kannst du dein Baby wickeln und ihm die frische Kleidung anziehen.
Hebammentipp
Wenn Kinder nicht spucken, machen sie sich besonders in den ersten Tagen und Wochen oftmals gar nicht richtig dreckig. Damit sie aber nicht immer dasselbe tragen und ihr ganz leicht den Überblick behaltet, ist der Badetag eine optimale Gelegenheit, um die Kleidung einmal komplett zu wechseln und den Schlafsack zu erneuern.
Wichtig: Föhne dein Baby bitte niemals. Das kann zu Verbrennungen führen und ist schlecht für das Hautmikrobiom. Außerdem stellt Feuchtigkeit (z.B. vom Baden oder wenn dein Baby uriniert) in Kombination mit elektrischen Geräten grundsätzlich ein Sicherheitsrisiko dar.
Hebammentipp
Wenn du eine Wärmelampe hast, kannst du den Wickeltisch damit immer vorwärmen, egal wie die Temperatur draußen ist. Dadurch ist der Unterschied zwischen dem Badewasser und der Raumtemperatur nicht so groß und der Übergang ist für das Baby etwas angenehmer.
Nun bist du bestens vorbereitet und weiß genau, worauf du beim Baby Bad achten darfst. Und falls nicht alles direkt auf Anhieb klappt, mach dir bitte keine Gedanken. Es ist ganz normal, wenn der Anfang etwas holprig ist, vor allem wenn du vorher noch nie ein Baby gebadet hast. Bleibe ruhig, schenke deinem Baby die volle Aufmerksamkeit und genieße diese besonderen gemeinsamen Momente. Die Routine kommt dann ganz von allein! Und denk immer dran: Dein Baby weiß ja nicht, dass du vorher noch nie ein Baby gebadet hast 😉
Tipp: Wenn du noch mehr über das Baby Bad erfahren möchtest, schau doch gerne mal bei diesem YouTube-Video vorbei oder höre in diese Podcast-Folge rein.
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Weitere nützliche Infos rund um euer Baby
ABOUT

Wir sind Anja & Marie, zwei Hebammen aus Leidenschaft.
In Deutschland herrscht derzeit ein großer Mangel an Hebammen. Dieses Problem bekommen wir nahezu täglich in unserer Arbeit zu spüren. Viele Familien fühlen sich gerade in dieser besonderen Zeit mit ihren Fragen rund um die Schwangerschaft, das Wochenbett und ihrem Kind allein gelassen.
Daher haben wir uns entschieden, dir bei all deinen Problemen unterstützend mit unserem Blog zur Seite zu stehen, damit du alles nachlesen und loswerden kannst, was dich und dein Kind betrifft.
Viel Spaß beim Lesen!
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