Nabelpflege

Sicherlich ist die Pflege des Nabelschnurrestes deines Kindes zunächst einer der Punkte, die dir Sorgen bereiten. Aber ich versichere dir: Mit der folgenden Anleitung wirst du die Angst vor der Reinigung und Pflege des letzten Restes der Nabelschnur deines Kindes ganz schnell beiseitelegen.

Welche Arten der Nabelpflege gibt es?

1. Die Natürliche Nabelpflege
Der Nabelschnurrest deines Kindes heilt ohne jegliche Maßnahmen ab. Er wird weder mit einem Tupfer oder Verband abgedeckt, noch desinfiziert oder gepudert. Die Absonderungen, die während der natürlichen Mumifizierung des Restes der Nabelschnur deines Babys auftreten können, werden mit einem Wattestäbchen oder Papiertuch und klarem Wasser entfernt.

2. Die Abdeckende Nabelpflege
Bei dieser Variante heilt der Nabelschnurrest unterhalb der Windel deines Babys ab. Dabei solltest du den zunehmend harten „Rest“ mit einer Kompresse oder einem Tupfer umwickeln und diesen am besten mit einem Schlauchverband fixieren. Wichtig ist, dass die Windel darüber nur locker geschlossen wird, um einen unnötigen Druck und somit auch Verletzungen zu vermeiden.

3. Die Offene Nabelpflege (wird allgemein empfohlen)
Der Nabel heilt offen, d.h. oberhalb der Windel ab. Am besten funktioniert dies, wenn die Windel ein wenig nach innen oder außen eingeschlagen wird. Du kannst bei dieser Variante ebenfalls den Nabelschnurrest mit einer Kompresse/Tupfer umwickeln, um Druckstellen zu vermeiden.

Womit kannst du den Nabelschnurrest pflegen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man den Nabel seines Kindes pflegen kann. Auch unter uns Hebammen herrscht zu diesem Thema keine einheitliche Meinung. Jede Hebamme handhabt die Nabelpflege etwas anders. Suche dir am besten aus den folgenden Beispielen die für dich passende Variante heraus. Wichtig ist aber immer, dass du deine Hände vorab gründlich mit Wasser und Seife reinigst, sodass keine Keime in den sensiblen Nabelbereich deines Kindes gelangen können.


1. Reinigung mit Muttermilch
Wann?  
Wenn der Nabel normal abheilt oder bei einem „schmierenden“ Nabel.

Wie wird es angewendet?   
Mehrmals täglich einige Tropfen auf den Nabelgrund träufeln.


2. Reinigung mit steriler Kochsalzlösung
Wann? 
Wenn der Nabel normal abheilt oder ebenfalls bei einem „schmierenden“ Nabel.

Wie wird es angewendet?   
Die Ränder des Nabels können mit einem getränkten Wattestäbchen gereinigt werden.


3. Reinigung mit Wecesin-Streupulver
Wecesin-Streupulver wirkt entzündungshemmend und heilungsfördernd, ABER nicht desinfizierend. Es bewirkt nachweislich ein schnelleres Abfallen des Nabelschnurrestes.

Wie wird es angewendet?  
Ein bis mehrmals täglich etwas Pulver auf die „Nabelwunde“ streuen.       Pulverreste und Absonderungen sollten vorher mit sterilem Kochsalz entfernt werden.
                                       


4. Reinigung mit Calendula-Essence
Calendula wirkt reinigend, pflegend und beugt Entzündungen vor. Alternativ kann auch Rose-Teebaum-Essence verwendet werden.

Wie wird es angewendet?   
Ein paar Tropfen der Essence auf ein Wattestäbchen geben und ringsherum um den Nabel im Nabelgrund auftragen. Alternativ kannst du auch direkt auf den Nabelgrund einen Tropfen geben.


5. Reinigung mit Alkohol (Octenisept Wund-Desinfektion)
Wann?                                
Alkohol kann bei einem entzündeten Nabel angewendet werden.
Octenisept wirkt austrocknend und reduziert somit die Keimbesiedlung.

Wie wird es angewendet?  
Die Flüssigkeit auf ein Wattestäbchen auftragen und damit den             
Nabelgrund säubern.

Achtung! Octenisept kann Hautreizungen rund um den Nabel verursachen


Wie lange dauert es, bis der Nabelschnurrest bei deinem Kind abfällt?

Das Abfallen des Nabelschnurrestes bei Neugeborenen ist sehr individuell. Der Zeitpunkt liegt in der Regel zwischen dem 5. und dem 15. Tag. In seltenen Fällen kann der Nabelschnurrest aber auch deutlich länger benötigen, z.B. wenn dein Baby nach der Geburt eine Behandlung mit Antibiotikum erhalten hat.

Ich habe dir im folgenden Beispiel exemplarisch zusammengefasst, wie der Prozess der Nabelheilung ablaufen kann:

2. Tag: Der Rest der Nabelschnur deines Babys ist gut eingetrocknet. Auf der Wochenbettstation wird man dann die Nabelklemme entfernen.
4. Tag: Der Nabelschnurrest hat sich etwas in den Hautnabel gezogen. Es kann sein, dass der Nabelgrund leicht nässt.
6. Tag: Der Rest ist abgefallen. Bitte erschrecke nicht, wenn eine leichte Schmierblutung dabei auftritt. Dies kann vorkommen und ist völlig normal.
7.-11. Tag: Du wirst mehrmals kleine bräunliche Absonderungen außen am Nabel feststellen.
12. Tag: Der Nabel deines Kindes hat sich geschlossen und es treten keine weiteren Absonderungen mehr auf.

Womit kannst du den Nabelschnurrest pflegen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man den Nabel seines Kindes pflegen kann. Auch unter uns Hebammen herrscht zu diesem Thema keine einheitliche Meinung. Jede Hebamme handhabt die Nabelpflege etwas anders. Suche dir am besten aus den folgenden Beispielen die für dich passende Variante heraus. Wichtig ist aber immer, dass du deine Hände vorab gründlich mit Wasser und Seife reinigst, sodass keine Keime in den sensiblen Nabelbereich deines Kindes gelangen können.


Was kann ich tun, wenn der Nabel meines Kindes „schmierig“ aussieht?

Ich behandel in diesen Fällen den Nabelgrund zuerst mit Kochsalz, Calendula Essence oder Ocentisept, je nachdem wie verschmiert der Nabel/-grund bereits aussieht.

Dabei gebe ich dieses auf ein Wattestäbchen und reinige den Nabelgrund zunächst gründlich. Du brauchst keine Angst haben, dass dies deinem Baby wehtun könnte. Im Nabelschnurrest befinden sich keinerlei Nerven, die bei deinem Kind Schmerzen verursachen könnten.

Im Anschluss trage ich rund um den Nabel im Nabelgrund Wecesin-Streupulver auf. Die Reinigung und Pulveranwendung empfehle ich täglich zu wiederholen.


Wenn der Nabel deines Kindes nach 24 Stunden nicht deutlich besser aussieht, dein Kind dir verändert vorkommt oder anfängt Symptome zu entwickeln, empfehle ich dir umgehend einen Kinderarzt aufzusuchen oder in eine Kinderklinik zu gehen.
Symptome können u.a. Fieber bzw. Untertemperatur, apathisches Auftreten sein oder wenn dein Kind sich kaum oder nicht zu den Mahlzeiten wecken lässt.

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