Hilfe, was ist denn das am Bauchnabel meines Babys? Viele Eltern erschrecken sich, wenn sie nach dem Abfallen des Nabelschnurrests plötzlich eine kleine, feuchte und rötliche Wölbung am Nabelgrund ihres Neugeborenen entdecken. In vielen Fällen handelt es sich dabei um ein sogenanntes Nabelgranulom. Das ist eine etwa heidelbeergroße, harmlose Veränderung am Nabel, die bei Babys gar nicht so selten ist. Und das Wichtigste: Sie tut deinem Baby nicht weh.
In diesem Beitrag erfährst du, wie ein Nabelgranulom entstehen kann, wie du es erkennst und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Das Nabelgranulom
Wie eben schon kurz erwähnt, ist ein Nabelgranulom eine gutartige Gewebeveränderung. Im Volksmund spricht man auch von ‘wildem Fleisch’ – das klingt erstmal komisch, ist aber völlig harmlos. Im Gegenteil: Es bedeutet, dass das Gewebe keine eigenen Nerven hat und deinem Baby somit auch keine Schmerzen verursacht. Und selbst wenn dir der Begriff bislang nicht begegnet ist: Nabelgranulome gehören zu den häufigsten Veränderungen am Nabel eines Neugeborenen.
So kann ein Nabelgranulom aussehen:

Ursachen & Entstehung des Nabelgranuloms
Warum genau ein Nabelgranulom entsteht, lässt sich bisher nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Fachleute vermuten aber, dass es sich unter anderem durch eine leichte Verunreinigung des Nabels während der Heilung bilden kann. Zu 100 % verhindern lässt sich ein Nabelgranulom nicht. Besonders während dieser sensiblen Zeit und solange der Nabelschnurrest noch nicht abgefallen ist, kannst du aber gut vorbeugen, indem du auf folgende Dinge achtest:
- Hände waschen, bevor du den Nabel direkt berührst. Am besten mit Seife und ausreichend lang.
- Offene Nabelpflege: Lasse bewusst Luft an den Nabelschnurrest, indem du die Windel darunter und nicht über ihm verschließt.
- Kontakt mit Urin und Stuhlgang vermeiden: Achte darauf, dass der Nabel möglichst sauber bleibt und nicht mit Urin oder Stuhlgang in Berührung kommt. Falls doch mal etwas daneben geht, reinige den Nabel vorsichtig mit einer Kochsalzlösung* und einem geeigneten Wunddesinfektionsmittel.
Tipp: Ganz ausführliche Tipps und Tricks zur Nabelpflege bei Neugeborenen findest du in diesem Beitrag.
Heilung
In vielen Fällen heilt ein Nabelgranulom ganz von allein und das meist innerhalb von sechs bis acht Wochen. Eine Behandlung ist also grundsätzlich nicht notwendig. Dennoch gibt es bestimmte Anzeichen, bei denen du direkt deine Hebamme kontaktieren oder eine Kinderarztpraxis aufsuchen solltest:
- Rötungen
- Schwellungen
- Zeichen einer Entzündung
- Vermehrtes Austreten von Blut und/oder Sekret aus dem Nabelgrund
- Krankheitszeichen bei deinem Baby
- Kein oder nur unzureichendes Abheilen nach 6-8 Wochen
Sollte deine Hebamme oder dein Kinderarztpraxis eine Behandlung empfehlen, wird unter Umständen Silbernitrat eingesetzt. Damit wird das überschüssige Gewebe vorsichtig verödet, wodurch es austrocknet und schließlich von alleine abfällt. Wichtig zu wissen: Diese Methode birgt das Risiko, dass auch umliegendes, gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird. Lass dich deshalb vorab gut von deinem Kinderarzt/deiner Kinderärztin beraten und scheue dich nicht davor, alle deine Fragen in Ruhe zu stellen.
Hilfsmittel
Wenn dein Baby keine der genannten Beschwerden zeigt, braucht ein Nabelgranulom in der Regel keine ärztliche Behandlung. Es gibt aber einige sanfte Möglichkeiten, wie du den natürlichen Heilungsprozess zuhause unterstützen kannst:
Meersalz
Eine bewährte Methode ist die Anwendung von Meersalz – und so funktioniert’s:
- Sanfte Reinigung: Reinige den Nabel deines Babys vorsichtig mit abgekochtem, körperwarmem Wasser oder einer Kochsalzlösung* sowie einer sterilen Kompresse.
- Meersalz auftragen: Streue eine kleine Menge Meersalz direkt auf den Nabelgrund, sodass das Nabelgranulom gut bedeckt ist.
- Kompresse: Ergänzend kannst du eine frische Kompresse über das Salz und das Nabelgranulom legen und die Windel anschließend wie gewohnt darüber verschließen.
- Wiederholen: Reinige den Nabel nach 24 Stunden erneut wie im ersten Schritt beschrieben. Trage dann nochmals Meersalz auf und lasse es erneut für etwa 24 Stunden einwirken.
In den meisten Fällen reicht diese Anwendung aus und muss nicht noch einmal wiederholt werden. Solltest du aber unsicher sein, sprich am besten mit deiner Hebamme oder deinem Kinderarzt/deiner Kinderärztin.
Nabelpflege-Puder
Neben Meersalz kann auch spezielles Nabelpflege-Puder die Heilung des Nabelgranuloms sanft unterstützen. Du bekommst es entweder direkt bei deiner Hebamme oder in der Apotheke. Das Puder hilft dabei, den Nabel trocken zu halten, fördert die Wundheilung und wirkt gleichzeitig entzündungshemmend.
In der Regel wird das Pulver mehrmals täglich (meist 3x) auf den Nabel aufgetragen, am besten orientierst du dich dabei an den genauen Angaben des Herstellers. Achte außerdem darauf, dass dein Baby das Puder niemals beim Auftragen einatmet oder versehentlich in die Augen bekommt. Eine Anwendung, während es unruhig ist oder weint, ist deswegen nicht ratsam.
Hebammentipps
Um zu verhindern, dass das Puder in die Atemwege gelangt, haben wir einen ganz einfachen Trick für dich: Ziehe schon BEVOR du das Puder anwendest deinem Baby einen Body an, aber verschließe ihn noch nicht. Nimm nun die Vorderseite des Bodys und halte sie nach oben, sodass der Nabel frei ist und eine Art kleines Schutzschild vor dem Gesicht deines Babys entsteht. Jetzt kannst du das Puder auftragen. Gehe dabei am besten ganz nah an den Nabel ran, damit kein Puder in der Luft aufgewirbelt wird.

Auch wenn ein Nabelgranulom im ersten Moment vielleicht ungewohnt aussieht, ist es in den allermeisten Fällen völlig harmlos und heilt von ganz allein wieder ab. Mit einfachen Hausmitteln, wie Meersalz oder einem speziellen Nabelpflege-Puder, kannst du den natürlichen Heilungsprozess sanft begleiten. Wichtig ist nur: Wenn du Anzeichen wie Rötungen, Schwellungen oder Entzündungen bemerkst oder generell unsicher bist, frage unbedingt deine Hebamme oder deinen Kinderarzt/deine Kinderärztin um Rat.
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Wir sind Anja & Marie, zwei Hebammen aus Leidenschaft.
In Deutschland herrscht derzeit ein großer Mangel an Hebammen. Dieses Problem bekommen wir nahezu täglich in unserer Arbeit zu spüren. Viele Familien fühlen sich gerade in dieser besonderen Zeit mit ihren Fragen rund um die Schwangerschaft, das Wochenbett und ihrem Kind allein gelassen.
Daher haben wir uns entschieden, dir bei all deinen Problemen unterstützend mit unserem Blog zur Seite zu stehen, damit du alles nachlesen und loswerden kannst, was dich und dein Kind betrifft.
Viel Spaß beim Lesen!
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