Die Blumen blühen, die Sonne scheint häufiger … und die Heuschnupfenzeit geht wieder richtig los. Für viele bedeutet das: Niesen, juckende Augen und eine ständig laufende Nase. So schön der Frühling auch ist, er läutet leider auch den Beginn der Heuschnupfen Phase ein. Gerade in der Schwangerschaft und Stillzeit kann sich das ganz besonders kompliziert anfühlen. Denn plötzlich stellt sich die Frage: Was kann ich jetzt überhaupt tun und was ist sicher für mein Baby?
In diesem Beitrag findest du die Antworten sowie sanfte Tipps, die dir die Heuschnupfenzeit ein bisschen erleichtern.
Heuschnupfen – Was ist das eigentlich?
Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf die umherfliegenden Pollen in der Atemluft. Deshalb sind vor allem der Frühling und Sommer, wenn alles anfängt zu blühen und die Pollen wieder fliegen, die Hochphasen für Betroffene. Das bedeutet, dass der Körper und das Immunsystem überempfindlich auf die eigentlich harmlosen Pollen reagieren. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein: Sowohl eine familiäre Vorbelastung als auch Faktoren aus der Umwelt, z.B. die Luftverschmutzung, können einen Heuschnupfen begünstigen.
Symptome
Welche Symptome auftreten, ist von Person zu Person sehr individuell. Genau so kann auch die Stärke dieser Symptome ganz unterschiedlich sein und sogar von Jahr zu Jahr variieren.
Besonders häufig treten aber diese Symptome bei einem Heuschnupfen auf:
- Juckende und/oder tränende Augen
- Laufende Nase
- Kribbeln in der Nase und/oder im Rachen
- Niesanfälle
- Atembeschwerden
- Husten
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit
Tipps gegen Heuschnupfen in der Schwangerschaft und Stillzeit
Die folgenden Tipps und Tricks können dir dabei helfen, die Symptome zu lindern und den Heuschnupfen etwas abzudämpfen. Und das Beste: Sie sind alle sicher für dich und dein Baby. Du kannst sie also in der Schwangerschaft und der Stillzeit anwenden:
- Hochphasen vermeiden: Die verschiedenen Pollenarten haben unterschiedliche Zeiten am Tag, zu denen sie vermehrt umherfliegen. Manche Pollen häufen sich z.B. morgens, andere eher abends. Vermeide diese Hochphasen und versuche, an den anderen Tageszeiten zu lüften oder spazieren zu gehen. So verringerst du den Kontakt mit den Pollen und kannst deine Symptome reduzieren.
Hebammentipp
Wenn du nicht genau weißt, welche Pollen bei dir Beschwerden auslösen, kannst du das ganz einfach in einer Haus-/Hautarztpraxis überprüfen lassen. Meistens wird dazu ein Bluttest oder der sogenannte Pricktest (das ist ein Hauttest) durchgeführt. Lasse dich dazu am besten direkt in der Praxis beraten.
- Die Fensterscheiben bei Autofahrten möglichst geschlossen lassen und die Fußmatten und Sitze regelmäßig absaugen.
- Pollenschutzgitter: Durch Pollenschutzgitter * an den Fenstern und Türen gelangen deutlich weniger Pollen in die Innenräume. So bist du zumindest dort gut vor ihnen geschützt.
- Regelmäßig Staubsaugen: So kannst du die Pollen, die bereits nach innen gelangt sind, gut beseitigen. Sogenannte HEPA-Filter für den Staubsauger helfen außerdem dabei, dass die feinen Pollen im Staubsauger bleiben und nicht wieder zurück in die Räume fliegen. Denk auch daran, nicht nur die Böden, sondern auch die Teppiche und Möbel regelmäßig abzusaugen.
Hebammentipp
Egal wie gut dein Filter ist: Spätestens beim Wechseln des Staubsaugerbeutels können sich die Pollen lösen und wieder in der Luft verteilen. Wechsle ihn deshalb unbedingt im Freien. Am besten ist es, wenn diese Aufgabe eine Person ohne Heuschnupfen aus deinem Umfeld im Frühling und Sommer für dich übernimmt. Auch wenn es vielleicht unangenehm ist, dabei um Hilfe zu bitten: Besonders Freunde und Familie freuen sich in der Regel immer, wenn sie helfen können! 🙂
- Luftreiniger: Sie entfernen die Pollen von allein aus der Raumluft und können vor allem im Schlafzimmer sehr wertvoll sein. Allerdings sind sie oft auch etwas teurer.
- Duschen und Haare waschen vor dem Schlafengehen: So entfernst du die Pollen von deinem Körper und bist ihnen nicht die ganze Nacht über ausgesetzt.
Hebammentipp
Mit großem Babybauch oder Neugeborenem zuhause ist es manchmal gar nicht so leicht, jeden Tag Zeit und Kraft zum Duschen und Haare waschen zu finden. In so einem Fall hilft es schon sehr, wenn du dich vor dem Schlafengehen kurz mit klarem Wasser abspülst und deine Haare kräftig auskämmst. So wirst du schon einen großen Teil der Pollenrückstände los. Und wenn du dich komplett duschen möchtest, hilft dir unsere 3in1 Duschcreme dabei, zusätzlich Zeit zu sparen.
- Draußen getragene Kleidung am besten bereits im Hausflur oder Bad ablegen und nicht im Wohn- oder Schlafbereich.
- Wäsche zum Trocknen nicht im Freien aufhängen.
- Oberflächen und Böden in deinen Wohnräumen regelmäßig feucht abwischen.
Natürliche Helfer
Neben den beschriebenen Tipps und Tricks gibt es natürlich auch einige Medikamente, die die Symptome bei Heuschnupfen lindern können. Dazu gehören vor allem Nasensprays, Augentropfen und Tabletten. Grundsätzlich gilt aber, dass die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft und der Stillzeit vorher immer mit der Hebamme, einem Arzt/einer Ärztin oder in der Apotheke abgesprochen werden sollte.
Deshalb haben wir im Folgenden noch einige natürliche Helfer, die dir bei Heuschnupfen helfen können und sicher für dich und dein Baby sind:
- Wasser: Klingt simpel, aber viel Trinken ist besonders mit Heuschnupfen wirklich wichtig. Achte deshalb darauf, zwischen 2-3 Litern Flüssigkeit am Tag zu trinken. So hältst du deine Schleimhäute gut befeuchtet.
Hebammentipp
Auch bei tränenden, geschwollenen und/oder juckenden Augen kann dir Wasser helfen. Spüle dazu deine Augen mit etwas kaltem Wasser aus und halte sie danach für einige Zeit geschlossen. Zusätzlich dazu kannst du einen kalten Waschlappen auf deine Stirn und über die Augen legen. Wichtig: Wenn du Kontaktlinsen trägst, solltest du sie dafür entfernen.
- Kochsalzlösung: Sie kannst du zum Beispiel für eine Nasendusche verwenden. Dadurch wird die Nasenschleimhaut von den Pollen befreit. Eine weitere Möglichkeit ist ein Dampfbad, das die Schleimhäute befeuchten und Juckreiz und Husten lindern kann.
- Ingwertee: Er hilft dabei, die Schleimhäute zu beruhigen und die Heuschnupfen- Symptome zu reduzieren. Achte aber in der Schwangerschaft und Stillzeit darauf, Ingwertee nur in Maßen zu konsumieren.
Akupressur
Akupressur ist eine sehr alte Heiltechnik, bei der bestimmte Punkte am Körper gedrückt werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Die Wirksamkeit ist allerdings noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Trotzdem gibt es Hinweise darauf, dass Akupressur die Symptome bei Heuschnupfen lindern kann. Wie bei den anderen Tipps und Tricks ist es natürlich ganz allein deine Entscheidung, ob du sie ausprobieren möchtest oder nicht.
So geht’s: Stimuliere die entsprechenden Punkte mehrmals pro Tag für etwa 30 Sekunden bis maximal 2 Minuten. Am besten verwendest du dafür die Fingerkuppen deiner Daumen oder Zeigefinger und massierst die Stellen in kleinen kreisenden Bewegungen.
Gallenblase 20 (Gb 20)

Dieser Punkt liegt im Nacken auf beiden Seiten, je etwa in der Mitte zwischen dem Ohr und der Wirbelsäule in einer Vertiefung am Haaransatz. Er soll gegen allgemeine Erkältungssymptome helfen.
Dickdarm 20 (Di20)

Der Punkt Di20 liegt beidseitig in einer Vertiefung am unteren Rand des Nasenflügels (in der Nasolabialfalte). Ihm wird nachgesagt, die Nasen und die Nebenhöhlen zu befreien.
Blase 2 (Bl2)

Der letzte Punkt soll bei Beschwerden in den Augen und den Nebenhöhlen helfen und liegt auf beiden Seiten senkrecht über dem inneren Augenwinkel etwa am Ende der Augenbraue.
Hebammentipp
Deine Symptome werden trotz der natürlichen Helfer nicht besser? Dann scheue nicht davor zurück, deine Hebamme, einen Arzt/eine Ärztin oder in der Apotheke nach Hilfe zu fragen! Du musst dich, auch in der Schwangerschaft und der Stillzeit, nicht quälen. Zwar ist in diesen Phasen bei Medikamenten grundsätzlich Vorsicht geboten. Aber genau für solche Fälle gibt es Lösungen, die sicher für dich und dein Baby sind. Lasse dich deshalb von einer Fachperson beraten, damit ihr gemeinsam einen passenden Weg für euch findet.
Der Heuschnupfen hat es, gerade in der Schwangerschaft und Stillzeit, ganz schön in sich. Umso wichtiger ist es, auf den eigenen Körper zu hören und nachsichtig mit sich selbst zu sein. Wenn der Haushalt mal liegen bleibt, Termine verschoben werden oder die Familie und Freunde erst an einem anderen Tag zu Besuch kommen, ist das völlig in Ordnung. Für die Symptome gibt es zudem sanfte und sichere Wege, die auch in diesen besonderen Phasen helfen können. Wir hoffen, die beschriebenen Tricks können auch dir die Heuschnupfenzeit zumindest etwas erleichtern und wünschen in jedem Fall: Gute Besserung! 🍀
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ABOUT

Wir sind Anja & Marie, zwei Hebammen aus Leidenschaft.
In Deutschland herrscht derzeit ein großer Mangel an Hebammen. Dieses Problem bekommen wir nahezu täglich in unserer Arbeit zu spüren. Viele Familien fühlen sich gerade in dieser besonderen Zeit mit ihren Fragen rund um die Schwangerschaft, das Wochenbett und ihrem Kind allein gelassen.
Daher haben wir uns entschieden, dir bei all deinen Problemen unterstützend mit unserem Blog zur Seite zu stehen, damit du alles nachlesen und loswerden kannst, was dich und dein Kind betrifft.
Viel Spaß beim Lesen!
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