Stillen ist für viele Mamas eine ganz besondere Zeit voller Nähe und Geborgenheit. Doch gerade am Anfang läuft nicht immer alles glatt. Wenn die Brust anschwillt, spannt oder schmerzt, wünschen sich viele Stillende eine einfache und schnelle Unterstützung. Kohlwickel sind hierbei ein altbewährtes Hausmittel, das du wunderbar zuhause herstellen und unkompliziert anwenden kannst.
Bei welchen Beschwerden Kohlwickel helfen, wie du sie zubereitest und wie lange und oft du sie verwenden kannst, erfährst du in diesem Beitrag.
Inhalt
- Kohlwickel: Dagegen können sie helfen
- Welche Kohlsorte?
- Zutaten
- Kohlwickel herstellen: So geht’s
- Wie oft und wie lange?
- Wann zum Arzt?
Kohlwickel: Dagegen können sie helfen
Der Kohlwickel ist ein wunderbares Hausmittel in der Stillzeit, da er bei ganz verschiedenen Beschwerden Linderung verschaffen kann. Er kann unter anderem helfen bei:
- einem Milcheinschuss
- einem Milchstau
- einer Mastitis (Brustentzündung)
- einer zu großen Milchmenge
Wichtig: Kohlwickel dienen hier ausschließlich dazu, Beschwerden wie Schmerzen und Schwellungen zu lindern. Die Ursachen können sie allerdings nicht behandeln. Bei Fieber, Schüttelfrost, ausgeprägtem Krankheitsgefühl oder einer zunehmenden Verschlechterung solltest du dich deshalb immer durch deine Hebamme bzw. einen Arzt/eine Ärztin beraten lassen!
Hebammentipp
Bei einem Kohlwickel werden die Brustwarze und der Vorhof immer ausgespart! Was also, wenn gerade die Brustwarzen die Beschwerden verursachen? Das ist in der Stillzeit keine Seltenheit. In diesem Fall können wir dir stattdessen unser Brustwarzen Öl empfehlen: Es unterstützt die Regeneration trockener, gereizter und wunder Brustwarzen und beruhigt die Haut dabei schonend. Zudem spendet es intensive Pflege bis in die feinsten Rillen. Es ist frei von Parfüm und damit ideal für die Stillzeit geeignet. Du trägst es einfach hygienisch mit dem Pumpspender auf und brauchst es vor dem nächsten Stillen nicht wieder abwaschen.
Kohlwickel: Welche Sorte Kohl sollte ich verwenden?
Für Kohlwickel in der Stillzeit verwendest du am besten Weißkohl oder Wirsing. Denn sie wirken entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd. Dadurch können sie bei den beschriebenen Beschwerden besonders wohltuend sein. Andere Sorten, wie Chinakohl oder Spitzkohl, haben dagegen nicht dieselbe Wirkung und sind daher weniger geeignet.
Kohlwickel: Zutaten
Um einen Kohlwickel selbst herzustellen benötigst du:
- ein Schneidebrett
- ein scharfes Küchenmesser
- ein Nudelholz oder eine große Glasflasche
- den Kohl
- einen gut sitzenden BH
Hebammentipp
Lege den Kohl vor der Anwendung gerne für kurze Zeit in den Kühlschrank. Dadurch hat er später zusätzlich eine kühlende Wirkung, was Schmerzen und Schwellungen noch effektiver lindern kann.
Kohlwickel herstellen: So geht’s
- Entferne den Strunk des Kohls
- Halbiere oder viertele den Kohl (je nach Größe)
- Löse die Blätter ab
- Rolle die Blätter mit einem Nudelholz/einer Glasflasche auf dem Schneidebrett aus. Das hilft dabei, die Wirkstoffe zu lösen. Wenn die Blätter dabei brechen oder reißen, ist das gar kein Problem!
- Ziehe deinen BH an.
- Lege die Blätter so in deinen BH ein, dass sie die Brust vollständig bedecken. Wichtig: Spare die Brustwarze und den Warzenvorhof aus.
Alternativ:
- bis 3. wie oben beschrieben
- Schneide ein Loch in die Mitte der Kohlblätter, damit die Brustwarze und der Warzenvorhof automatisch ausgespart sind.
- Weiter ab Schritt 4

In diesem Video zeigen wir dir nochmal ganz ausführlich, wie du einen Kohlwickel selbst herstellen kannst:
Wie oft und wie lange darf ich Kohlwickel verwenden?
Du solltest den Kohlwickel am besten direkt nach dem Stillen für ca. 5-15 Minuten auf deine Brust auflegen. Ein guter Richtwert ist auch der kühlende Effekt: Sobald er verschwunden ist, kannst du den Kohlwickel entfernen. Das kannst du so häufig wiederholen, wie es sich für dich angenehm anfühlt bzw. bis deine Beschwerden spürbar besser werden.
Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Kohlwickel können Beschwerden lindern, ersetzen aber keine medizinische Behandlung. Wenn sich die Beschwerden an der Brust trotz der Maßnahmen verschlimmern oder innerhalb von 24 Stunden nicht deutlich bessern, solltest du dich ärztlich beraten lassen. Das gilt insbesondere bei Fieber, Schüttelfrost, starkem Krankheitsgefühl, zunehmender Rötung oder starken Schmerzen.
Jetzt weißt du, bei welchen Beschwerden in der Stillzeit Kohlwickel helfen können und wie du sie ganz schnell und einfach selbst herstellen kannst. Das Wichtigste ist aber: Höre auf deinen Körper. Wenn deine Beschwerden nicht besser werden oder weitere Symptome hinzukommen, solltest du das immer ärztlich abklären lassen.
Wir wünschen dir, egal wofür du die Kohlwickel verwendest, gute Besserung! 🍀
Tipp: Du hast keinen Weißkohl oder Wirsing zuhause? Dann schau doch mal in diesem Beitrag vorbei: Dort zeigen wir dir, wie du Quarkwickel selbst herstellen kannst.
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ABOUT

Wir sind Anja & Marie, zwei Hebammen aus Leidenschaft.
In Deutschland herrscht derzeit ein großer Mangel an Hebammen. Dieses Problem bekommen wir nahezu täglich in unserer Arbeit zu spüren. Viele Familien fühlen sich gerade in dieser besonderen Zeit mit ihren Fragen rund um die Schwangerschaft, das Wochenbett und ihrem Kind allein gelassen.
Daher haben wir uns entschieden, dir bei all deinen Problemen unterstützend mit unserem Blog zur Seite zu stehen, damit du alles nachlesen und loswerden kannst, was dich und dein Kind betrifft.
Viel Spaß beim Lesen!
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