Stillstreik und Brustverweigerung

Stillstreik und Brustverweigerung

Wenn du als Mama dein Kind gerne stillen möchtest aber dein Kind zu Beginn oder etwas später die Brust verweigert, kann das eine sehr belastende und traurige Situation für dich als Mama sein.

Viele Mamas geben sich selbst die Schuld oder denken sie machen etwas falsch. Wir versuchen dir heute einige Tipps und Tricks mit an die Hand zu geben und hoffen, dass wir dich in deiner Stillbeziehung zu deinem Baby unterstützen können.

Was ist nun ein Stillstreik oder eine Brustverweigerung?

Hierbei handelt es sich streng genommen um zwei verschiedene Situationen.

Die Brustverweigerung

Die Brustverweigerung zeigt sich meistens bereits in den ersten Lebenstagen und Lebenswochen. In dieser Phase muss dein Kind das Stillen noch erlernen. Die Kinder haben meistens nach der Geburt Schwierigkeiten, deine Brust nicht richtig zu fassen oder lehnen sie sogar ganz ab. 

Der Stillstreik

Ein Stillstreik kann sich theoretisch in der ganzen Stillzeit ereignen. Am häufigsten wird sich dieses Verhalten um etwa 6 Monate nach der Geburt zeigen. 

Wie verhält sich dein Kind bei einem Stillstreik oder einer Brustverweigerung?

  • Es ist unruhig, dreht den Kopf zur Seite von der Brust weg
  • Dein Kind stößt sich von der Brust weg
  • Es schreit, wenn du versucht, es an die Brust anzulegen
  • Manchmal ist es vor allem an einer Brust, es können jedoch auch beide Brüste verweigert werden
  • Wenn dein Kind saugt, saugt es nur sehr kurz
  • Dein Kind macht nach der Stillmahlzeit keinen zufriedenen Eindruck

Solch ein Verhalten deines Kindes kann bei dir als Mama Unsicherheit, Sorgen, Hilflosigkeit und manchmal sogar etwas Angst auslösen. Es ist eine neue Situation für dich und dein Baby. Es ist wichtig, dass ihr euch viel Zeit lasst, um euch gegenseitig kennenzulernen und das Stillen Schritt für Schritt zu erlernen. Eine Brustverweigerung hat nichts damit zu tun, dass euer Kind euch ablehnt.

Stillen muss sowohl von der Mama als auch vom Kind erlernt werden. Stillen ist nicht nur Intuition, sondern ein erlernter Vorgang.

Gib nicht auf und du hast die Kraft diese Phase mit deinem Kind zu meistern. 

10 mögliche Ursachen, die zu einem Stillstreik oder einer Brustverweigerung führen können: 

  1. Hektik in der Umgebung
  2. Zu viele Besucher und „herumreichen“ des Kindes, dadurch kann bei deinem Kind eine Überforderung entstehen und wird sehr unruhig
  3. Stillen unter Zeitdruck
  4. Zu viele Termine und Aufgaben an einem Tag
  5. Anspannung von dir als Mama
  6. Milchstau 
  7. Wachstumsschub, Entwicklungsschub
  8. Verwendung von Schnullern
  9. Verwendung von Desinfektionsmittel (Dein Kind nimmt es über den Geruch war)
  10. Verwendung von Parfüm oder stark riechender Bodylotion 
Was kannst du nun tun?

  • Schaffe dir und deinem Baby eine entspannte und ruhige Umgebung, in der du dich auch wohlfühlst und nicht zu viele Reize für dein Kind vorhanden sind.
  • Nimm dir für jeden Stillvorgang genug Zeit: Kuschel mit deinem Kind vor und/oder nach dem Stillen. Direkter Hautkontakt kann hier sehr förderlich sein.
  • Löse zu Beginn des Stillens den Milchspendereflex aus. Dadurch hat es dein Kind leichter die Milch aus der Brust zu gewinnen und wird daher direkt belohnt.
  • Wenn du sehr viel Milch in deiner Brust hast und dein Kind sich oft verschluckt, entleere zunächst deine Brust etwas mit der Hand und lege dein Kind erst danach an.
  • Wenn du eher weniger Milch hast, führe zu Beginn eine Brustmassage durch und rege so den Milchfluss an.
  • Wenn es möglich ist, versuche in dieser Zeit keine künstlichen Sauger und Schnuller zu verwenden. 
  • Beobachte dein Kind und versuche die frühen Hungerzeichen (Siehe Artikel) zu erkennen. Versuche dann dein Kind bereits früh anzulegen. Manchmal sind die Kinder dann noch etwas ruhiger und haben etwas mehr Geduld die Brutwarze gut zu fassen.
Hebammentipp: 

Bevor du dein Kind anlegst, kannst du etwa eins bis zwei Milchtropfen aus deiner Brust herausholen und auf deiner Brustwarze verteilen. Das lockt viele Kinder an und sie gehen besser an die Brust. 

Wichtig ist auch viel mit deinem Kind zu kuscheln. Lege dich oberkörperfrei mit deinem Kind ins Bett. Viele Kinder lieben die Wärme und die Geborgenheit. Das stärkt eure Bindung und fördert die Beziehung zwischen dir und deinem Kind.

Wir hoffen, dass ein paar Tipps für dich dabei sind, die dir in dieser Situation helfen können. Wir schicken dir viel Kraft und Energie, dass du diese Zeit mit einem Kind meistern wirst. Wir glauben ganz fest an dich und drücken dir fest die Daumen.

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8 Kommentare

  1. Mandy
    Dezember 14, 2019 / 9:47 pm

    Hallo ihr Lieben!

    Besteht denn noch Hoffnung, wenn es jetzt im 4. Monat passiert?

    Der Trick mit dem erst einschlafen und dann an die Brust, klappt nur bedingt. Entweder saugt mein Kleiner nur sehr kurz oder er wacht auf und fängt wieder an zu weinen.
    Leider muss ich deswegen zufüttern, sonst ist er nur am weinen.

    Eine Stillberaterin hat mir jetzt gesagt, dass es so gut wie zu spät ist, da keine Stimulation vom Kind mehr kommt.
    Ich pumpe zwar mehrmals am Tag, alle 3 Std. ab, aber da kommt nicht mehr viel.
    Und das er jetzt zu groß ist um wieder ran zu gehen, da er nun weiß, dass es an der Flasche leichter geht.
    Lohnt es sich weiter abzupumpen oder wird es sowieso nicht mehr mehr werden, da das Kind nicht mehr dran möchte??

    Verzweifelte Grüße, Mandy

  2. Mandy
    Dezember 15, 2019 / 7:32 pm

    Hallo ihr Lieben!

    Ich habe leider seit geraumer Zeit genau dieses Problem. Mein Kleiner ist jetzt 4 Monate alt. Sobald ich ihn anlegen möchte, dreht er sich weg und fängt an zu weinen. Ich muss dazu sagen, dass ich deshalb schon eine Weile zufüttern muss. Sonst bekomme ich ihn weder satt noch beruhigt.

    Ich hatte jetzt noch einmal mit einer Stillberaterin gesprochen, die aber meint, dass es so gut wie zu spät ist. Er wäre schon zu neugierig und lässt sich durch seine Umgebung ablenken.
    Ich pumpe täglich ab, aber es kommt sichtlich immer weniger. Sie meint, dass die Stimulation vom Kind fehlt um die Milch zu bilden. Da er nicht trinken möchte.
    Ist das Richtig? Ist es quasi schon zu spät??

    Liebe Grüße Mandy

    • HebAnja
      Dezember 18, 2019 / 7:43 pm

      Liebe Mandy,

      aus der Entfernung ist eine Beratung und Beurteilung eurer Situation leider nur schwierig möglich. Du solltest auf die Meinung deiner Stillberaterin vertrauen und dich bei Bedarf auch gegebenenfalls noch einmal an sie wenden. Sie kennt dich und eure gesamte Situation einfach besser und kann dir dadurch individuell helfen.

      Wir wünschen euch alles liebe.

  3. Dezember 17, 2019 / 3:29 pm

    п»їSuper!Das kann bei weitem das nutzlichstes Ding in dieser Angelegenheit sein, das ich sich jemals begegnet bin.Danke schon fur eure Arbeit.
    aufsatz englisch aufbau

  4. Anja
    März 25, 2020 / 9:48 pm

    Mein Kleiner ist mal mit 10 Monaten in den Stillstreik getreten, weil er eine Mittelohrentzündung hatte. Dann ist wohl das Saugen an der Brust sehr schmerzhaft für die Babys. Vielleicht könnte man das noch ergänzen?

    • HebAnja
      April 6, 2020 / 4:14 pm

      Danke für deinen Kommentar und die Ergänzung 🙂

  5. Kathi
    Mai 12, 2020 / 5:21 pm

    Guten Abend,

    ich hatte auch eine Brustverweigerung meines Sohnes. Ich habe dann die Stillposition gewechselt und seitdem trinkt er ganz genüsslich – das war ein guter Tipp einer Stillberaterin :-).

    Lg
    Kathi

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